US-Militär greift Frachter im Golf von Oman an
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ein unter der Flagge Gambias fahrendes Frachtschiff im Golf von Oman attackiert. Der Zwischenfall ereignete sich, als die „Lian Star“ versuchte, einen iranischen Hafen anzulaufen, obwohl die USA eine Seeblockade verhängt haben. Das US-Zentralkommando (Centcom) teilte mit, die Besatzung habe mehr als 20 Warnungen ignoriert, woraufhin ein Kampfflugzeug eine Rakete in den Maschinenraum des Schiffes abfeuerte. Das Militär machte keine Angaben zu möglichen Verletzten an Bord.
Hintergrund: Krieg im Iran und Waffenruhe
Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Teheran und Washington im Iran-Krieg. Die Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus haben bisher keinen Durchbruch erzielt. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst Hoffnungen auf eine Einigung geweckt, doch später erklärte das Weiße Haus nach einer Krisensitzung, der Präsident bestehe auf seinen „roten Linien“. Die iranische Führung betonte, es gebe noch keine abschließende Vereinbarung.
Bedeutung der Straße von Hormus
Der Iran blockiert die für den Handel mit Öl und Flüssiggas lebenswichtige Meerenge seit Ende Februar, als der Krieg mit den USA und Israel begann. Diese Blockade hat die Weltmärkte erschüttert und die Öl- und Spritpreise in die Höhe getrieben. Als Reaktion verhängten die USA eine Seeblockade gegen iranische Häfen. Laut Centcom hat das US-Militär bisher fünf Handelsschiffe außer Gefecht gesetzt und 116 weitere umgeleitet.
Diplomatische Bemühungen und rote Linien
Die diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran stocken. Während Trump eine „endgültige Entscheidung“ fordert, ist ein Durchbruch noch nicht in Sicht. Die USA verfolgen eine harte Linie, während der Iran auf die Einhaltung seiner eigenen Bedingungen pocht. Der Angriff auf die „Lian Star“ zeigt, dass die Spannungen in der Region trotz der Waffenruhe hoch bleiben.



