US-Militär startet neue Angriffe auf Iran – Eskalation im Nahost-Krieg
US-Angriffe auf Iran: Eskalation im Nahost-Krieg

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe auf iranische Ziele begonnen. Die Einsätze seien eine Reaktion auf den Angriff des Iran auf amerikanische Streitkräfte am Vortag, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom am Mittwochabend in den sozialen Medien mit. Centcom bezeichnete die Angriffe als „starke Antwort auf den gestrigen versuchten iranischen Angriff“.

Hintergrund: Iranischer Raketenangriff auf US-Streitkräfte

Die USA hatten zuvor erklärt, Angriffe des Iran auf US-Streitkräfte abgefangen zu haben. Das jordanische Militär teilte mit, fünf Raketen aus dem Iran seien „abgefangen und zerstört“ worden. Zudem führten die USA gemeinsam mit Saudi-Arabien separate Angriffe auf vom Iran unterstützte Milizen im benachbarten Irak durch. US-Präsident Donald Trump hatte Vergeltung angekündigt, nachdem der Iran einen Stützpunkt in Jordanien ins Visier genommen hatte, auf dem US-Soldaten stationiert sind.

Drohne trifft US-Gastanker in ägyptischem Hafen

Eine Drohne hat am Mittwoch im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta einen US-Gastanker getroffen. Wie die britische Sicherheitsfirma Ambrey mitteilte, geriet die „Energos Winter“, ein schwimmendes Tank- und Regasifizierungsschiff, in Brand. Das Feuer griff den Angaben zufolge auf ein weiteres Schiff, die „Gaslog Salem“, über. Das ägyptische Ölministerium bestätigte, dass es auf zwei Schiffen gebrannt habe. Die Flammen seien jedoch rasch gelöscht worden. Es habe keine Verletzten gegeben. Einen Drohnenangriff erwähnte die Behörde nicht. Die „Energos Winter“ gehört dem US-Unternehmen Energos Infrastructure und wird von der ebenfalls amerikanischen Wilhelmsen Ship Management betrieben. Sicherheitskreisen zufolge schürt der Vorfall in Ägypten die Sorge über eine weitere Ausweitung des Iran-Kriegs. Dieser tobt seit fünf Monaten und ist in den vergangenen Tagen durch gegenseitige Angriffe der USA und des Iran sowie verbündeter Milizen weiter eskaliert.

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Neue US-Sanktionen gegen Iran: Tanker und Unternehmen im Visier

Die USA haben neue Iran-Sanktionen verhängt. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen acht Tanker und zehn Unternehmen, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Sechs der betroffenen Unternehmen haben ihren Sitz in China. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in einem Interview des Fernsehsenders Fox News harte Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran angekündigt. Er reagierte damit auf iranische Raketenangriffe auf US-Streitkräfte im Nahen Osten in der Nacht auf Mittwoch. Das US-Militär erklärte, es habe die Angriffe abgewehrt.

Ölpreise ziehen an – Trump droht mit Vergeltung

Trumps Drohungen beschleunigen den Anstieg der Ölpreise. Ein Barrel der europäischen Sorte Brent zur Lieferung im September verteuerte sich um sieben Prozent auf mehr als 90 Dollar. Öl der US-Sorte WTI kostete etwa sechs Prozent mehr. Der US-Nachrichtensender Fox zitierte Präsident Donald Trump mit neuen Vergeltungsankündigungen nach den iranischen Angriffen auf eine US-Militärbasis in Jordanien. Trump sagte demnach: „We're going to beat the fucking shit out of them.“ Zuvor hatte der Iran mehrere Raketen in Richtung Jordanien abgefeuert, die offenbar abgefangen wurden.

Diplomatische und militärische Entwicklungen

Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi sagte Insidern zufolge einen für Donnerstag geplanten Besuch beim saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Dschidda ab. Grund seien die Angriffe pro-iranischer Milizen im Irak auf das Königreich. Die USA und Saudi-Arabien hatten als Reaktion auf die Angriffe in der Nacht zum Mittwoch mit gemeinsamen Luftschlägen irakische Milizen attackiert. Die irakische Miliz Harakat Hisbollah al-Nudschaba drohte daraufhin, diese Angriffe hätten Konsequenzen für die Interessen und die Sicherheit der USA und Saudi-Arabiens. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen erwägt offenbar die Einführung von Gebühren für die Durchfahrt von Handelsschiffen durch das Rote Meer. Die Idee wurde bei einem Treffen in Teheran erörtert. Ein arabischer Vertreter sagte, mit den aus Teheran zurückgekehrten Huthi-Funktionären seien auch iranische Berater in den Jemen gekommen, die anleiten sollen, wie eine Behörde zur Gebührenabgabe an der Meerenge Bab al-Mandab aufgebaut werden könne.

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Wirtschaftliche Auswirkungen und humanitäre Lage im Iran

Im Iran steigen die Preise weiter stark. Die Preise seien im vergangenen Jahr um 66 Prozent gestiegen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet von einem starken Preisanstieg für medizinische Dienstleistungen. Krankenhäuser seien überfüllt und vor Fachambulanzen bildeten sich lange Warteschlangen.

Im Irak hat Ministerpräsident Ali al-Saidi nach den Angriffen der USA und Saudi-Arabiens gegen Iran-treue Milizen eine Notfallsitzung des Sicherheitsrats einberufen. Die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF), ein Bündnis aus vorwiegend schiitischen und Iran-treuen Milizen im Irak, meldeten, dass 20 ihrer Kämpfer getötet und 32 weitere verletzt worden seien.

Pentagon führt neue Kategorie für Opferstatistik ein

Das Pentagon hat eine neue Statistik zu gefallenen und verletzten Soldaten im Iran-Krieg mit dem Ende der sogenannten „Operation Epic Fury“ in Verbindung gebracht. Das Verteidigungsministerium hat eine neue, separate Kategorie in seiner offiziellen Opferstatistik eingeführt. Darin werden nun die Toten und Verletzten der jüngsten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran erfasst, weil die „Operation Epic Fury“ abgeschlossen worden sei. Das Defense Casualty Analysis System hatte zuvor vier getötete Soldaten und Dutzende Verletzte aus der Statistik zum Iran-Krieg entfernt und sie stattdessen in eine neue Kategorie mit der Bezeichnung „Overseas Operations“ aufgenommen.

Internationale Reaktionen: Ukraine warnt Iran, Netanjahu trifft Trump

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte seinen iranischen Amtskollegen Abbas Aragtschi nach dem Angriff auf ein iranisches Schiff vor einer Eskalation. Hintergrund ist eine ukrainische Drohnenattacke auf ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer, bei der ein Seemann getötet und ein weiterer verletzt wurde. Sybiha betonte, die Ukraine greife keine zivilen Schiffe an. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu traf US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu einem etwa 90-minütigen Gespräch. Netanjahu bezeichnete es als „eines der besten“. Netanjahu versucht nach Darstellung von Trump, die USA davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden.

Der Iran schlug dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Demnach soll die Route in die eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen. Sollte die Regierung in Maskat den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen. Der Iran wies zudem die Drohung von US-Präsident Trump zurück, die Eigentümer von im Golf beschädigten Schiffen mit eingefrorenen iranischen Geldern zu entschädigen. Schiffe von Unternehmen oder Ländern, die solche Zahlungen erhalten, dürften die Straße von Hormus nicht mehr passieren.