US-Experten warnen vor Spritpreis-Explosion wegen Trumps Iran-Drohungen
US-Experten warnen vor Spritpreis-Explosion

US-Präsident Donald Trump hat mit einem Interview im US-Sender Fox News neue Drohungen gegen den Iran ausgesprochen und damit Sorgen vor einer massiven Ölpreissteigerung ausgelöst. Sollte Trump seine Ankündigungen wahr machen, könnten die Preise für Öl und Benzin an den Börsen drastisch steigen, warnen US-Experten.

Trump droht mit Zerstörung iranischer Infrastruktur

In dem Interview stellte Trump dem Iran eine Verschärfung der Angriffe in Aussicht. „Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm“, sagte Trump. „Wir legen alle Kraftwerke in Schutt und Asche. Wir werden alle ihre Brücken lahmlegen.“ Dies wäre eine Abkehr von der bisherigen Politik der Vergeltungsschläge und könnte eine Eskalation des Konflikts bedeuten.

Sicherheitsexperte Prof. Barry R. Posen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) erklärte gegenüber BILD: „Es geht bei diesem ganzen Konflikt bisher im Wesentlichen um Verhandlungsmacht und darum, dass der Iran an dem festhält, was er seiner Meinung nach bereits gewonnen hat.“

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Ölpreis könnte bei Angriffen auf Infrastruktur explodieren

Posen warnt jedoch: „Das würde sich in dem Moment ändern, in dem der Krieg über gegenseitige Schläge hinaus eskaliert. Das heißt, wenn Trump aus Frustration seine Drohung wahrmacht, die iranische Infrastruktur zu verwüsten.“ In diesem Fall werde der Iran versuchen, die Infrastruktur auf der anderen Seite des Golfs zu treffen, also Luftschläge auf Bahrain, Kuwait und die Emirate. Sobald dies geschehe, „wird der Ölpreis durch die Decke schießen, und sogar Israel könnte wieder verwickelt werden“. Die Voll-Eskalation des Iran-Krieges droht.

Zeit für Eskalation ist knapp – Kongresswahlen stehen bevor

Doch die Zeit für eine erneute Eskalation ist knapp für Trump. In den USA wächst das Unbehagen über die Gewalt – in der Opposition, aber auch unter Trumps Parteifreunden. Am 3. November wird der US-Kongress neu gewählt. Politologe Prof. Matthew A. Baum von der Harvard University warnt in BILD: „Es gibt keine kurzfristige Lösung für diesen Krieg. Denn ich weiß nicht, was Trump dem Iran jetzt anbieten könnte, was über den letzten Deal hinausgeht. Kompromisse beim Atomprogramm und der Kontrolle über die Meerenge sind aus US-Sicht unmöglich.“ Sollte die Gewalt eskalieren und die Preise steigen, werde das Thema in den Medien in den Vordergrund rücken. „Das wiederum wird den Druck auf den Kongress erhöhen“, so Baum.

Senat blockiert Verteidigungspaket in Höhe von einer Billion Dollar

Der US-Senat hat am Dienstag ein Verteidigungspaket in Höhe von einer Billion Dollar blockiert, das eine erhebliche Aufstockung der Pentagon-Ausgaben vorgesehen hätte. Chuck Schumer, Chef der Demokraten im Senat, sagte, das Gesetz dürfe nicht „zu einer Freikarte für die Rücksichtslosigkeit“ werden, die derzeit im Iran zu beobachten sei: „Donald Trump darf das amerikanische Volk nicht noch tiefer in einen Krieg hineinziehen, den er nicht erklären kann und von dem er nicht weiß, wie er ihn beenden soll.“

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