US-Militär beendet 90-minütige Angriffswelle im Iran
Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge eine 90-minütige Welle von Angriffen gegen Ziele im Iran abgeschlossen. Das US-Zentralkommando Centcom teilte mit, durch diese jüngste Angriffswelle sei „die Fähigkeit des Iran, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen, weiter geschwächt“ worden. Es sei „Präzisionsmunition gegen Küstenabwehrsysteme sowie Lager- und Abschussstellen für Marschflugkörper auf der Insel Große Tunb eingesetzt“ worden, hieß es weiter. Die Insel liegt nahe der Straße von Hormus. Die für den weltweiten Öl- und Flüssiggashandel wichtige Meerenge steht im Mittelpunkt der wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen dem Iran und den USA. Die Nachrichtenagentur Mehr wies unterdessen Berichte zurück, wonach sich Explosionen nahe der zentralen Metropole Schiras im Landesinneren ereignet hätten. Die Geräusche seien auf Bergbauarbeiten zurückzuführen, hieß es.
Iranischer Politiker fordert Bereitschaft für jahrelangen Krieg
Ein bekannter iranischer Politiker hat sein Land zur Bereitschaft für einen jahrelangen Krieg mit den USA aufgefordert. „Was die Gefahr eines Krieges fernhält, ist unsere vollständige Bereitschaft zur Verteidigung“, sagte Mohammed-Dschwad Laridschani in einem Interview des Staatsfernsehens. „Wenn die USA spüren, dass der Iran sogar auf einen zwei- oder dreijährigen Krieg vorbereitet ist, werden sie begreifen, dass sie (...) den Krieg nicht fortsetzen sollten“, fuhr er fort. „Wir müssen uns auf eine Kriegswirtschaft einstellen, damit die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung steigt“, forderte der Politiker. Er ist der Bruder des Mitte März getöteten Ali Laridschani, des ehemaligen Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrats. Die Laridschani-Familie gilt im Iran als einflussreich. Ali Laridschani war vor dem Krieg zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten im iranischen Machtapparat aufgestiegen, bevor Israel ihn bei einem Luftangriff tötete. Sein konservativer Bruder Mohammed-Dschwad saß als Außenpolitiker acht Jahre lang im Parlament. Sadegh Laridschani ist ein ranghoher Geistlicher, der auch als potenzieller Nachfolger des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei galt.
Fünf Jahre Haft für israelischen Soldaten – Raketenabwehr-Videos an Iran übermittelt
Ein israelischer Soldat ist nach Armeeangaben zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er Videos von der israelischen Raketenabwehr an den Iran übermittelt haben soll. Der im Dienst stehende Militärangehörige habe zwei derartige Aufnahmen während des zwölftägigen Kriegs zwischen Israel und dem Iran 2025 an einen Agenten der Islamischen Republik weitergegeben, erklärte die Armee am Mittwoch. Dafür habe er eine Bezahlung erhalten. Den Angaben zufolge gab der Soldat auch Videos weiter, die an zivilen Orten aufgenommen worden seien. Darunter sei die Aufnahme eines Raketeneinschlags gewesen, die der Mann im Internet gefunden habe. Schließlich habe der Soldat jemanden in seiner Einheit darüber informiert, dass er mit einem ausländischen Agenten in Kontakt gewesen sei. Daraufhin sei er vom Geheimdienst Shin Bet gefasst worden. Den genauen Zeitpunkt gab die Armee nicht an. Der Soldat war den Angaben zufolge über den Online-Dienst Telegram kontaktiert worden, über den er Nachrichten erhielt, die auch Stellenangebote enthielten. Militärstaatsanwälte hatten eine siebenjährige Haftstrafe für den Soldaten gefordert. Letztlich wurde der Mann neben der fünfjährigen Haftstrafe auch zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 300 Euro verurteilt. Zudem wurde er auf den niedrigsten militärischen Rang degradiert. Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, dass er keine Informationen weitergegeben habe, an die er durch seinen Militärdienst gekommen war, dass er selbst den Kontakt zu dem ausländischen Agenten beendete und den Kontakt seinen Vorgesetzten gemeldet habe.
Mann im Iran im Zusammenhang mit regierungskritischen Protesten hingerichtet
Im Iran ist erneut die Todesstrafe gegen einen Mann im Zusammenhang mit regierungskritischen Protesten vollstreckt worden. Der von der iranischen Justiz als „Kollaborateur des Feindes“ bezeichnete Mohammed Amini Dehaghani sei am Morgen „nach Bestätigung des Urteils durch den Obersten Gerichtshof und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gehängt“ worden, teilte die Justizbehörde am Mittwoch mit. Dehaghani war zur Last gelegt worden, bei den Protesten am 9. Januar vor dem Büro des Gouverneurs im zentraliranischen Dehaghan einen Molotowcocktail geworfen zu haben. „Er zündete ihn an und zerstörte öffentliches Eigentum sowie die Polizeistation der Stadt“, erklärte die Justizbehörde. Dehaghani wurde demnach wegen „Korruption auf Erden“ und „Krieges gegen Gott“ (Moharebeh) schuldiggesprochen. Dabei handelt es sich nach Scharia-Recht um eine Straftat, auf die im Iran die Todesstrafe steht. Ende Dezember hatte sich eine ursprünglich gegen die hohe Inflation gerichtete Protestbewegung rasch zu regierungskritischen Demonstrationen ausgeweitet. Am 8. und 9. Januar erreichten die Proteste ihren Höhepunkt. Teheran räumte danach mehr als 3000 Tote ein und führte die Gewalt auf von den USA und Israel inszenierte „Terrorakte“ zurück. Ausländische Menschenrechtsorganisationen sprachen dagegen von einer Unterdrückungswelle mit tausenden Todesopfern.
Bericht: Sieben iranische Soldaten bei US-Angriff getötet
Bei einem US-Luftangriff sind iranischen Angaben zufolge sieben Soldaten ums Leben gekommen. Die Attacke erfolgte auf eine Kaserne in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan und Belutschistan, wie die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die Armee berichtete. Insgesamt sei der Stützpunkt mit 13 Raketen angegriffen worden. Mehrere weitere Soldaten seien verletzt worden. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt.
USA weiten Sanktionen gegen Irans Ölsektor aus – Vermögenswerte und Netzwerke im Visier
Die USA haben ihre Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor ausgeweitet. Sie zielten insbesondere auf das Netzwerk des iranischen Öl-Magnaten Mohammed Hossein Schamchani ab, wie das Finanzministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Finanzminister Scott Bessent erklärte im Onlinedienst X, sein Ressort habe zudem Vermögenswerte in Höhe von 130 Millionen Dollar (rund 114 Millionen Euro) eingefroren, die „in mehreren digitalen Geldbörsen mit Verbindung zur iranischen Zentralbank“ lagerten. Die US-Regierung wirft den iranischen Revolutionsgarden vor, Ölexporte unter anderem nach China über „Scheinfirmen“ zu verschleiern und die Einnahmen an die Führung in Teheran umzuleiten. Experten zufolge werden Plattformen für digitale Vermögenswerte zudem genutzt, um Sanktionen gegen die iranischen Revolutionsgarden zu umgehen. Die nun getroffene Entscheidung sei Teil der laufenden Bemühungen des Finanzministeriums, „den wirtschaftlichen Druck auf das iranische Regime zu erhöhen, nachdem dieses seine destabilisierenden Angriffe in der Straße von Hormus wieder aufgenommen hat“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Ministeriums. Mohammed Hossein Schamchani ist der Sohn des getöteten Ali Schamchani, dem Sicherheitsberater des getöteten Ayatollahs Ali Chamenei. Beide waren am ersten Tag der US-israelischen Angriffe auf den Iran, am 28. Februar, getötet worden. Dem Netzwerk von Schamchani wirft Washington vor, weiterhin eine zentrale Rolle bei den iranischen Ölexporten zu spielen und seine Aktivitäten auf den weltweiten Rohstoffhandel ausgeweitet zu haben. Die jüngsten Maßnahmen richteten sich demnach gegen mehr als 50 Menschen, Unternehmen und Schiffe, die den iranischen Behörden nach Angaben des Ministeriums Gewinne ermöglichten. Das Finanzministerium fügte hinzu, dass es mittlerweile Sanktionen gegen mehr als 200 Menschen, Unternehmen und Schiffe verhängt habe, die innerhalb von Schamchanis Strukturen tätig seien. „Wir werden weiterhin konsequent den Geldströmen nachgehen und dem iranischen Regime den Zugang zu den Erträgen aus seinen illegalen Einnahmequellen verwehren“, schrieb Finanzminister Bessent.
Teheran: 30 Tote bei US-Angriffen im Süden Irans
Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Süden des Irans in den vergangenen Tagen sind Regierungsangaben zufolge mindestens 30 Zivilisten getötet worden. „Wir sprechen den trauernden Familien unser Mitgefühl und Beileid aus und ehren das Andenken der Verstorbenen“, schrieb Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani auf X. Mehr als 260 Menschen wurden bei den jüngsten Angriffen, die vor rund einer Woche begannen, verletzt, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur auf X. 222 der Verletzten seien inzwischen nach ihrer Behandlung aus Kliniken entlassen worden, fügte er hinzu.
Iran: US-Angriff trifft Weizensilo
Bei den nächtlichen US-Angriffen ist nach Darstellung iranischer Staatsmedien ein Weizensilo getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich in der südwestlichen Provinz Chusestan nahe der Grenze zum Irak, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Bei dem Angriff in der Stadt Howeyseh habe es keine Todesopfer gegeben, hieß es weiter. Auch die Revolutionsgarden, Irans mächtige Militärorganisation, warfen den USA die Bombardierung ziviler Einrichtungen vor. Der Feind habe das Weizenlager „aus Schwäche und Grausamkeit“ bombardiert, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sei eine Mineralwasserfabrik in der westlichen Provinz Ilam Ziel eines Angriffs geworden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Jordanische Armee: Luftabwehr fängt drei iranische Raketen ab
Jordanien hat nach eigenen Angaben drei iranische Raketen abgefangen. Sie seien am Mittwoch nach ihrem Eintritt in den jordanischen Luftraum abgefangen worden, teilte die Armee mit. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben. Die iranische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass sie vom US-Militär genutzte Hangars auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak in Jordanien angegriffen habe. Teheran nahm als Reaktion auf eine neue US-Angriffswelle auch US-Ziele in Kuwait und Bahrain ins Visier. Jordanien war in den vergangenen Tagen bereits mehrfach vom Iran angegriffen worden.
US-Demokraten blockieren Verteidigungsetat
Die Demokraten im US-Senat haben am Dienstag aus Protest gegen den Iran-Krieg ein Gesetz über den Verteidigungshaushalt blockiert. „Trump hat diesen Krieg ohne Autorisierung, ohne Strategie und ohne einen Ausweg begonnen“, sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Bei einer Verfahrensabstimmung verfehlte der Entwurf die notwendige Mehrheit von 60 Stimmen in der 100-köpfigen Kammer. Das Votum fiel mit 50 zu 46 Stimmen zu knapp aus, um das Gesetzgebungsverfahren fortzusetzen. Die Demokraten befürchten, dass die Verabschiedung des Budgets in Höhe von 1,15 Billionen Dollar als Zustimmung zu dem Krieg gegen den Iran gewertet werden könnte. Das Gesetz, die sogenannte National Defense Authorization Act (NDAA), wird für gewöhnlich mit breiter überparteilicher Unterstützung verabschiedet und ist seit mehr als sechs Jahrzehnten jedes Jahr in Kraft getreten. Der republikanische Mehrheitsführer John Thune warf den Demokraten vor, die Politik über die Sicherheit zu stellen. Mit dem Gesetz werden die Ausgaben für das Militär festgelegt, von der Anschaffung von Schiffen und Flugzeugen bis hin zu Sold-Erhöhungen für die Truppen.
Kuwait wieder unter Beschuss – Sirenengeheul in Bahrain
Kuwait hat in der Nacht erneute Angriffe aus dem Iran gemeldet. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des mit den Vereinigten Staaten verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Auch im ebenfalls mit den USA verbündeten Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. In beiden Ländern wurde die Bevölkerung aufgerufen, Schutz zu suchen. Nähere Details gab es zunächst nicht.
Trump droht mit Angriffen auf iranische Kraftwerke
US-Präsident Donald Trump hat für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen mit Teheran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken im Iran in der kommenden Woche gedroht. „Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm, denn nächste Woche sind die Kraftwerke dran. Nächste Woche sind die Brücken dran“, sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. „Wir werden alle ihre Kraftwerke ausschalten. Wir werden alle ihre Brücken ausschalten, es sei denn, sie setzen sich an den Tisch und verhandeln.“ Der 80-Jährige hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, seine Drohung dann aber nicht wahrgemacht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige und vom Iran mit Angriffen und Drohungen blockierte Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen.
US-Militär: Seeblockade gegen iranische Häfen gestartet
Das US-Militär blockiert erneut iranische Häfen und Küstengebiete. Die Seeblockade sei um 22.00 Uhr deutscher Zeit (16.00 Uhr US-Ostküstenzeit) aufgenommen worden, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Schiffe werden so daran gehindert, dass sie iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren können. Wie lange die US-Blockade andauern wird, ist unklar. Trump hatte die Wiederaufnahme am Montag angekündigt und in Aussicht gestellt, dass anderen Ländern ein „fairer und offener“ Zugang zur Straße von Hormus möglich sein soll. Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine solche Seeblockade durchgesetzt, diese im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran dann Mitte Juni aufgehoben.
Iran kritisiert US-Blockade iranischer Häfen scharf
Der Iran hat den USA vorgeworfen, mit der Ankündigung einer Blockade iranischer Schiffe und Häfen dem zwischen beiden Ländern ausgehandelten Rahmenabkommen ein Ende gesetzt zu haben. Washington habe die unter pakistanischer Vermittlung vereinbarten Verpflichtungen im Rahmen des Abkommens „aufgegeben – in gewisser Weise haben sie es demontiert“, erklärte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi am Dienstag im Staatsfernsehen. Die USA hatten zuvor angekündigt, ihre Seeblockade gegen iranische Häfen am Abend wieder aufzunehmen. Die Straße von Hormus sei „offen für den gesamten Schiffsverkehr mit Ausnahme des Irans“, erklärte US-Präsident Donald Trump. Die Blockade sollte nach Armeeangaben um 22.00 Uhr MESZ beginnen.
US-Armee greift erneut iranische Ziele an
Die US-Armee hat den vierten Tag in Folge iranische Ziele angegriffen. Die neuerlichen Luftangriffe sollten „die iranischen Fähigkeiten weiter schwächen, die für Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus eingesetzt werden“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom am Dienstag im Onlinedienst X. Unterdessen bereiteten sich die US-Streitkräfte den Angaben zufolge darauf vor, die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufzunehmen.



