Die USA haben ihre militärischen Angriffe gegen Iran am Mittwoch mit zwei Wellen intensiviert. Die jüngste begann um 21 Uhr deutscher Zeit und dauerte bis etwa 3 Uhr, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf X mitteilte. Ziel sei es, die Fähigkeit Irans einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Konkretere Angaben zu den Zielen machten die Streitkräfte zunächst nicht.
Explosionen in mehreren iranischen Städten
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar-e Abbas am Persischen Golf und in Ahvas im Südwesten habe es Angriffe gegeben. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahvas seien getroffen worden.
Sirenen in Kuwait und Bahrain
Kurz nach Beginn der neuen Angriffe waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain erneut Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee Kuwaits auf X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu bringen. In Kuwait fingen die Streitkräfte nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren.
UN-Generalsekretär zeigt sich besorgt
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst besorgt“ von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort Schritte zur Deeskalation zu unternehmen und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren.
Blockade und Angriff auf Tanker
Seit Dienstag blockieren die US-Streitkräfte wieder iranische Häfen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen. Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut Centcom einen unbeladenen Öltanker an, der einen iranischen Hafen ansteuern wollte. Das unter der Flagge Curaçaos fahrende Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.
Trump erwägt Ausweitung der Angriffe
Das „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass Trump zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen Iran tendiere, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe. Optionen seien die Ausweitung der Luftangriffe, der Einsatz von Bodentruppen zur Eroberung iranischer Inseln sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Trump hatte jüngst mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans liegt. Auf die Frage einer Journalistin, ob er Iran ein Ultimatum gebe, sagte Trump am Mittwoch: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“
Trump lobt Iran für Freilassung einer US-Bürgerin
Zwischen all der Kriegsrhetorik fand Trump auch versöhnliche Worte für den Gegner. Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte er auf Truth Social mit. „Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens Irans zu schätzen!“ Details zu der Frau nannte Trump nicht, er schrieb lediglich, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei.



