US-Vizepräsident JD Vance hat eingeräumt, dass die Regierung bei der Veröffentlichung der Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schwere Fehler gemacht hat. In einem Interview mit dem Podcast „The Joe Rogan Experience“ sagte Vance: „Wenn die Leute sagen wollen, wir hätten die Epstein-Veröffentlichung falsch gehandhabt: schuldig.“ Besonders die Kommunikation sei „komplett vermasselt“ worden. Er betonte jedoch, dass dies nicht auf eine Vertuschungsabsicht zurückgehe: „Aber glaube ich, dass wir es vermasselt haben, weil wir versucht haben, etwas zu verbergen? Nein.“
Fehlerhafte Aussagen der damaligen Justizministerin
Vance führte die Panne auf falsche Behauptungen zurück, die von Regierungsvertretern aufgestellt worden seien. Als Beispiel nannte er eine viel beachtete Äußerung der damaligen Justizministerin Pam Bondi, die erklärt hatte, eine Kundenliste Epsteins liege auf ihrem Schreibtisch. Bondi war Anfang April von Präsident Donald Trump entlassen worden. Die Veröffentlichung der Ermittlungsakten fiel in ihren Zuständigkeitsbereich. Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe gewehrt, bevor der Kongress sie mit Stimmen seiner Republikaner erzwang.
Epsteins kriminelle Karriere und der Skandal
Der Investor Epstein soll Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils Prominenten zugeführt haben. 2008 wurde er verurteilt, erhielt aber nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft nur 18 Monate Haft. 2019 wurde er erneut wegen sexuellen Missbrauchs festgenommen; rund einen Monat später wurde er tot in seiner Zelle aufgefunden – offiziell durch Suizid. Die Aktenveröffentlichung brachte den Skandal erneut in die Schlagzeilen. Viele Teile der Akten sind geschwärzt, doch tauchen zahlreiche prominente Namen auf, darunter auch Trumps. Bislang wurde dem Präsidenten jedoch kein Fehlverhalten nachgewiesen.
Vance zu Verschwörungstheorien über Mossad
Im dreistündigen Podcast-Interview äußerte sich Vance auch zu Verschwörungstheorien, wonach Epstein mit dem israelischen Geheimdienst Mossad verbunden gewesen sein soll. Auf die Frage, ob Epstein Teil des Mossad gewesen sein könnte, antwortete er: „Ja, Mossad oder CIA oder irgendein anderer tiefer Staat.“ Epstein habe „offensichtlich Verbindungen zu den höchsten Ebenen des israelischen Geheimdienstes“ gehabt. Vance behauptete zudem, Teile Israels betrieben eine „sehr diskrete, extrem gut finanzierte Kampagne“, um die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen und Verhandlungen mit Iran zu untergraben. Stichhaltige Beweise für die Mossad-Verbindung gibt es nicht.



