Die Berliner Polizei hat am Donnerstagmorgen einen Sturmversuch von rund 100 vermummten Demonstranten auf das Rheinmetall-Werk in der Scheringstraße im Wedding verhindert. Das ehemalige Automobilteilewerk wird derzeit zu einer Rüstungsfabrik umgebaut, was erneut Proteste linksradikaler Gruppen auslöste.
Polizei verhindert Eindringen auf Werksgelände
Ab 6.30 Uhr versuchten die Demonstranten an zwei Stellen, die polizeilichen Absperrungen zu überwinden und auf das Gelände zu gelangen. Die Beamten konnten dies verhindern, indem sie die Blockierer wegschleiften. Auf Videos ist der Einsatz deutlich zu sehen.
Drei Polizisten wurden bei dem Widerstand verletzt. 60 Personen wurden vorübergehend festgesetzt, um ihre Personalien aufzunehmen. Zwei Personen wurden anschließend festgenommen. Die Blockierer waren teilweise mit Corona-Masken und Palästinenser-Tüchern vermummt und riefen Parolen wie „Mörder, Lügner, Bullenschweine“.
Pro-palästinensisches Bündnis kündigte Aktionen an
Bereits vor Wochen hatte ein pro-palästinensisches Bündnis angekündigt, das Rheinmetall-Werk „lahmlegen“ zu wollen. Am Dienstag klebte sich eine 24-jährige Aktivistin auf dem Boden des Werksgeländes fest, um die Einfahrt zu blockieren. Ende Mai verstellten Aktivisten die Zufahrt mit einem Transporter, woraufhin Polizisten ihre Waffen auf sie richteten.
Der versuchte Sturm am Donnerstag könnte der Beginn weiterer Massenproteste sein. Seit Tagen ruft auch der Bezirksverband Berlin-Mitte der Linkspartei zu „Aktionstagen“ auf. In der Rheinmetall-Fabrik sollen ab Mitte des Jahres Patronenhülsen für großkalibrige Waffen hergestellt werden.
Hintergrund der Proteste
Der Umbau des ehemaligen Automobilteilewerks zur Rüstungsfabrik stößt auf breiten Widerstand in der linken Szene Berlins. Die Polizei rechnet mit weiteren Aktionen in den kommenden Tagen und Wochen.



