Völler: Boykott ist falsch und schadet nur den Athleten
Völler: Boykott ist falsch und schadet Athleten

DFB-Sportdirektor Rudi Völler (66) hat sich deutlich zur politischen Diskussion um die anstehende Weltmeisterschaft positioniert. Er lehnt einen Boykott des Turniers entschieden ab und betont, dass Sport und Politik strikt getrennt werden müssten. Diese klare Linie sei auch eine Lehre aus der WM 2022 in Katar, bei der die Spieler immer wieder zu politischen Aktionen gedrängt wurden.

Völler: „Boykott ist falsch und schadet nur den Athleten“

Auf einer Pressekonferenz im DFB-Quartier in Winston-Salem, North Carolina, stellte Völler klar: „Auch die Diskussion über einen internen Boykott habe ich immer für falsch empfunden. Man muss die Dinge trennen. Ich war schon als junger Profi in den frühen 80er-Jahren gegen Olympia-Boykotte, weil sie nichts gebracht haben. Sie schaden nur den Athleten und Zuschauern.“ Er zeigte sich optimistisch, dass die WM trotz politischer Spannungen ein schönes Turnier werde.

Hintergrund: Politische Spannungen vor der WM

Die WM in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) ist erneut politisch aufgeladen. Zwischen den USA und Mexiko herrschen massive Spannungen, und es wächst die Sorge, dass US-Präsident Donald Trump die Sportbühne für seine Agenda nutzen könnte. Zwei weitere Vorfälle sorgen für Aufregung:

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  • Dem besten Schiedsrichter Afrikas, Omar Artan (34), wurde die Einreise in Miami verweigert. Er musste zurück nach Istanbul fliegen. Artan vermutet, dass dies mit seinem Herkunftsland Somalia zusammenhängt.
  • Der Iran soll bei der WM kein ausreichendes Ticket-Kontingent erhalten haben. Der Verband FFI wirft den USA vor, die Anwesenheit iranischer Fans zu verhindern. Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA.

Völler äußerte sich bedauernd zu den Vorfällen: „Ich hätte das gerne anders gehabt. Die genauen Hintergründe kann ich nicht beurteilen, aber es ist schade.“ Er betonte, dass die Spieler keine politischen Fragen beantworten müssten, um sich voll auf den Sport konzentrieren zu können: „Wir sind hier, um Fußball zu spielen. Das heißt nicht, dass wir unpolitisch sind, aber wir sind nicht die richtigen Ansprechpartner für diese Probleme.“

Völler erwartet weitere Vorfälle: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das nicht die letzte Geschichte war. Wir versuchen, uns auf den Fußball zu konzentrieren. Den Rest wird man sehen.“

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