Whistleblower warnt vor Asbest in Londoner U-Bahn
Whistleblower warnt vor Asbest in Londoner U-Bahn

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Londoner U-Bahn, Michael Steeds, hat öffentlich vor möglicherweise asbesthaltigem Staub in den U-Bahn-Schächten gewarnt. Das Arbeitsgericht in London hatte bereits im Mai entschieden, dass seine Kündigung unrechtmäßig war, da seine Bedenken als Whistleblowing geschützt sind. Steeds wandte sich nun in einem Interview mit dem britischen „Guardian“ an die Öffentlichkeit.

Jahrelange Arbeit im giftigen Staub

Steeds war seit 2018 bei der Londoner U-Bahn angestellt. Zusammen mit Kollegen entfernte er jahrzehntealten Dreck aus engen Lüftungs- und Aufzugschächten unter den Bahnsteigen. „Manchmal war der Staub so dicht, dass ich meine Hände nicht sehen konnte“, berichtete er. Erst nach einiger Zeit erfuhr er, dass der Staub gefährliche Konzentrationen von Asbest sowie Chrom, Arsen, Silikaten und Eisenoxid enthalten könnte. In den ersten 15 Monaten seiner Arbeit erhielt er keine geeignete Schutzmaske, wie vor Gericht festgestellt wurde.

Gericht bestätigt Whistleblower-Status

Als Steeds seine Bedenken äußerte, wiesen die Verantwortlichen von London Underground Limited die Beschwerden zurück und bestanden auf der Sicherheit der Arbeit. Das Gericht hingegen stufte seine Beschwerden als Whistleblowing ein und urteilte, dass die Kündigung unberechtigt war. Zudem wurde bekannt, dass Steeds 19 Monate lang asbesthaltige Kabel mit einer harten Staubsaugerbürste behandelt hatte, bevor er eine Schulung zum Umgang mit Asbest erhielt. Der Sondermüll sei nicht sicher entsorgt worden, so der Vorwurf.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Öffentliche Warnung und Reaktion der Betreiber

„Jeder, der in diese Züge einsteigt, muss davon wissen. Die Menschen dort unten werden einer Gefahr ausgesetzt“, sagte Steeds dem „Guardian“. Er selbst fahre nicht mehr mit der U-Bahn. Der Nahverkehrsbetreiber Transport for London betonte hingegen, dass strenge Kontrollen zur Asbestkontrolle eingesetzt würden und weder Fahrgäste noch Mitarbeiter einem Asbestrisiko ausgesetzt seien. Steeds‘ Fall zeigt jedoch, dass die Sicherheitsmaßnahmen offenbar nicht ausreichten, um ihn zu schützen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration