Bei einem russischen Raketenangriff in der ukrainischen Hauptstadt-Region Kyjiw sind mindestens zehn Menschen getötet und fast 100 weitere verletzt worden. Der Angriff mit einer ballistischen Rakete traf ein Gelände, auf dem eine Veranstaltung der Rüstungsindustrie stattfand, wie ukrainische Behörden und Branchenvertreter am Freitag mitteilten.
Selenskyj bestätigt Rettungseinsatz
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Telegram, ein Rettungseinsatz in der Region Kyjiw sei im Gange. Er nannte das genaue Ziel des Angriffs nicht, fügte jedoch hinzu, dass Untersuchungen zur Klärung des Vorfalls liefen. Dem kommissarischen Gouverneur der Region Kyjiw, Ruslan Olijnyk, zufolge traf die Rakete nach ersten Erkenntnissen ein privates Übungsgelände, auf dem Veranstaltungen stattfanden. Der ukrainische Branchenverband Rat der Rüstungsindustrie teilte mit, dass Vertreter der Branche vor Ort gewesen seien.
Trump empfängt Selenskyj in Washington
US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wollen sich am Dienstag, dem 28. Juli, in Washington treffen. Trump empfange Selenskyj im Weißen Haus, teilte das US-Präsidialamt mit. Zuvor hatte Selenskyj ein Abkommen mit dem US-Unternehmen Raytheon zur gemeinsamen Produktion von Patriot-Abfangraketen verkündet.
Weitere russische Angriffe auf Slowjansk und Tschernihiw
Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk wurden nach Angaben der Behörden fünf Menschen getötet und neun weitere verletzt. Zwei Fliegerbomben hätten zehn Privathäuser, ein Unternehmen sowie das Gelände des lettischen Konsulats beschädigt, teilte der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, mit. In der nordukrainischen Stadt Tschernihiw und dem umliegenden Bezirk sind nach einem russischen Angriff auf eine Energieanlage rund 150.000 Verbraucher ohne Strom, wie der regionale Energieversorger Tschernihiwoblenergo mitteilte.
Russland attackiert ukrainische Häfen
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht drei ukrainische Häfen beschossen – zwei am Schwarzen Meer und einen an der Donau. Die Streitkräfte hätten mit luftgestützten Raketen und Kampfdrohnen die Häfen von Odessa, Mykolajiw und Ismail angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. In Odessa seien Lagertanks mit Treibstoff und Schmierstoffen für die ukrainische Armee getroffen worden, in Ismail Entlade- und Lageranlagen für Militärgüter – darunter auch Seedrohnen. Auch ein Schwimmdock sei in Ismail, dem größten Donau-Hafen der Ukraine, getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das gerade Militärgüter entladen habe. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht.
Ukrainischer Raketenangriff auf russische Fabrik
Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf eine Fabrik in der russischen Region Kirow sind sechs Menschen getötet und 26 verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Sokolow, mit. Ein durch den Angriff ausgelöstes Feuer sei gelöscht worden. Die Region Kirow liegt im östlichen Teil des europäischen Russlands.
Rumänien schießt erstmals Drohne ab
Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Rumänien eine Drohne über seinem Luftraum abgeschossen. Die Drohne sei am Freitagvormittag von einem rumänischen Piloten an Bord eines F-16-Kampfjets abgeschossen worden, teilte der Präsident des Nato-Mitgliedstaats, Nicusor Dan, mit. Der Pilot habe das Objekt über unbewohntem Gebiet nahe Padina im ostrumänischen Kreis Buzau mit einer Rakete eliminiert. Über die Herkunft des Flugobjekts machte das Ministerium zunächst keine Angaben. Rumänien hat eine rund 600 Kilometer lange Grenze zur Ukraine. In der Vergangenheit waren mehrere Dutzend russische Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen.
Polen schlägt gemeinsame Patriot-Produktion vor
Polen hat den USA vorgeschlagen, gemeinsam mit der Ukraine Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme zu produzieren – und diese Produktion auf polnischem Gebiet anzusiedeln. Das sagte die stellvertretende polnische Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka bei einem Besuch in Washington. Es gehe um eine dreiseitige Zusammenarbeit zwischen den USA, der Ukraine und Polen, damit die Produktion an einem sicheren Ort stattfinden könne. „Das ist ein Produkt, das praktisch weltweit gebraucht wird. Daher unser Vorschlag, uns an einer solchen gemeinsamen Produktion zu beteiligen“, so Sobkowiak-Czarnecka.
IAEA: Militäraktivitäten stören Wasserversorgung am AKW Saporischschja
Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beeinträchtigen „militärische Aktivitäten“ die Wasserversorgung von Teilen des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Der Generaldirektor der IAEA, Rafael Grossi, teilte mit, Angriffe in und um die Stadt Enerhodar hätten die örtliche Strominfrastruktur getroffen, was zu einem Ausfall der Wasserversorgung in der Stadt und auf dem AKW-Gelände führte. Es gebe jedoch keinen Mangel an Brunnenwasser zur Kühlung des Brennstoffs. Für die IAEA-Beobachter gebe es seit dem 18. Juli nur begrenzten Zugang zu Leitungswasser.



