Bei einem russischen Raketenangriff auf ein geheimes Rüstungstreffen in der Region Kiew sind mindestens zehn Menschen getötet und fast 100 weitere verletzt worden. Der Angriff mit einer ballistischen Rakete traf ein privates Übungsgelände, auf dem eine Veranstaltung der Rüstungsindustrie stattfand, wie ukrainische Behörden und Branchenvertreter mitteilten.
Geheimhaltung durchbrochen
Der genaue Aufenthaltsort der Teilnehmer sei geheim gewesen, erklärte der ukrainische Branchenverband Rat der Rüstungsindustrie. Dennoch habe die Rakete das Gelände getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf Telegram einen Rettungseinsatz in der Region Kiew und kündigte Untersuchungen an. Der kommissarische Gouverneur der Region Kiew, Ruslan Olijnyk, teilte mit, dass die Rakete nach ersten Erkenntnissen ein privates Übungsgelände traf, auf dem Veranstaltungen stattfanden.
Rüstungsmesse als Ziel
Walerij Borowyk, Gründer des ukrainischen Drohnenherstellers First Contact, sagte gegenüber ukrainischen Medien, die Rakete habe ein Übungsgelände getroffen, auf dem eine Rüstungsmesse veranstaltet worden sei. Der Verband betonte, nicht Organisator der Veranstaltung gewesen zu sein. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko leitete ein Verfahren wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzung bei der Organisation und Ausrichtung der Veranstaltung ein.
Krieg seit über vier Jahren
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Friedensbemühungen sind wiederholt gescheitert. Ein weiteres Treffen ist für den 28. Juli in Washington geplant, bei dem US-Präsident Donald Trump und Präsident Selenskyj im Weißen Haus beraten werden, wie das US-Präsidialamt mitteilte.



