Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Aydan Özoguz (SPD), hat im Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters Omar Artan ein Eingreifen des Weltverbandes FIFA gefordert. „FIFA-Präsident Infantino muss jetzt dringend die Einhaltung der dort gemachten Zusagen durch die USA einfordern, statt seinen Kuschelkurs fortzuführen“, sagte Özoguz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die USA hätten mit ihrer Bewerbung als Gastgeberland der WM das „Bid-Book Unity“ akzeptiert, welches festlege, dass die Vereinigten Staaten Menschenrechte bezogen auf das Event vollumfänglich respektieren.
Schaden für die WM
„Wir dürfen den Geist der Fußball-WM auf keinen Fall der Willkür des Austragungslandes überlassen. Bereits jetzt ist der Schaden groß“, sagte sie. Der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatovic sprach von einer „Blamage für den Weltfußball“. Die FIFA selbst spielt den Ball zurück an die USA und betont, nicht in Einwanderungsverfahren involviert zu sein.
Hintergrund des Falls
Artan sollte als erster Schiedsrichter Somalias bei einer Weltmeisterschaft Spiele leiten, nachdem er es auf die finale Liste des Weltverbandes geschafft hatte. Für die verweigerte Einreise sollen Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund gewesen sein, hatte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN zuvor mitgeteilt.
Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen.
Die FIFA teilte mit: „Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden.



