Zusammenstöße bei Kakerlaken-Protesten in Indien – Polizei geht gegen Demonstranten vor
Zusammenstöße bei Kakerlaken-Protesten in Indien

Bei neuen Protesten der regierungskritischen „Kakerlaken-Bewegung“ in Indien ist es in der Hauptstadt Neu-Delhi zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, um Tausende Demonstranten an einem geplanten Marsch zum Parlamentsgebäude zu hindern, wie der Sender NDTV und andere indische Medien berichteten. Dort hatte zuvor eine Sitzung des Unterhauses begonnen. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Die Proteste dauerten bis zum Abend an. Teilnehmer warfen den Beamten brutales Vorgehen vor. Die Hauptstadt-Polizei, die den angekündigten Protestmarsch untersagt hatte, widersprach Berichten über ein gewaltsames Vorgehen.

Hintergrund der Proteste

Angeführt wurden die Proteste von meist jungen Menschen, die sich vor zwei Monaten in der Bewegung „Kakerlaken-Volkspartei“ (Cockroach Janta Party, CJP) zusammengeschlossen haben. Sie fordern unter anderem Bildungsreformen und den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan. Er soll die politische Verantwortung für einen Skandal um durchgesickerte Fragen von Hochschul-Aufnahmeprüfungen im Mai übernehmen. Die landesweite Prüfung für mehr als zwei Millionen Bewerber musste wiederholt werden. Die Bewegung entwickelt sich nach Einschätzung von Beobachtern zu einer großen Herausforderung für die Regierung von Premierminister Narendra Modi.

Gespräche ohne Ergebnis

Trotz der Zusammenstöße gab es Gespräche zwischen Vertretern der Bewegung und Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda als Regierungsvertreter. Sie endeten nach Angaben von Teilnehmern ohne greifbares Ergebnis. „Seine Seite habe die Forderungen schriftlich vorgelegt“, schrieb CJP-Sprecher Saurav Das auf der Plattform X. „Es gab jedoch keine verbindlichen Zusagen.“ Der Minister habe jedoch gesagt, es werde interne Diskussionen geben. Nadda selbst sprach von einem „freundlichen Treffen“ und bat die CJP, ihre Protestaktionen zu stoppen.

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Festnahme des Gründers?

Die Lage am Protestort war lange unübersichtlich. Nach Angaben eines CJP-Sprechers und indischer Medien wurde Parteigründer Abhijeet Dipke von der Polizei abgeführt. Eine Bestätigung der Polizei, die unter anderem den Zugang zum Parlament versperrte, gab es nicht. Laut CJP-Sprecher Das war Dipke am Abend am Protestort Jantar Mantar in Delhi, den die CJP-Anhänger seit Wochen besetzen, wieder dabei.

Die Entstehung der Bewegung

Die CJP wurde im Mai gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als „Kakerlaken“ bezeichnet hatte. Innerhalb weniger Tage gewann sie auf Instagram mehr als 21 Millionen Follower. Die CJP beschreibt sich als „satirische politische Bewegung“. Sie organisiert sich vor allem im Internet, eine Parteizentrale gibt es nicht. Später rief sie auch zu Straßenprotesten in Neu-Delhi und anderen Städten auf.

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