Die Bundesregierung plant weitreichende Einschnitte bei der Krebsvorsorge. Insbesondere das bislang für alle Versicherten kostenlose Hautkrebs-Screening soll als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen werden. Dies geht aus einem internen Papier des Gesundheitsministeriums hervor, das unserer Redaktion vorliegt.
Experten schlagen Alarm
Führende Mediziner und Krebsforscher warnen eindringlich vor den Folgen dieser geplanten Kürzungen. „Wenn die Vorsorge eingeschränkt wird, müssen wir mit einer deutlichen Zunahme von Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium rechnen“, erklärt Professor Dr. Thomas Wagner, Onkologe an der Charité Berlin. „Viele Tumore ließen sich durch Früherkennung vermeiden oder zumindest besser behandeln. Die Streichung des Screenings würde zu vermeidbaren Todesfällen führen.“
Was ist aktuell noch kostenlos?
Bislang haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Diese Untersuchung wird von Hautärzten durchgeführt und dient der Früherkennung von schwarzem und weißem Hautkrebs. Sollte die Leistung gestrichen werden, müssten Patienten die Kosten selbst tragen – oder auf das Screening verzichten.
Neben dem Hautkrebs-Screening stehen weitere Vorsorgeuntersuchungen zur Debatte, darunter die Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung und der PSA-Test zur Prostatakrebsvorsorge. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, doch die Pläne sind bereits weit fortgeschritten.
Was Sie jetzt tun sollten
Angesichts der ungewissen Zukunft empfehlen Experten, noch in diesem Jahr alle anstehenden Vorsorgetermine wahrzunehmen. „Wer jetzt handelt, sichert sich die kostenlosen Leistungen, solange sie noch verfügbar sind“, rät Dr. Wagner. „Zögern Sie nicht, Ihren Hautarzt aufzusuchen, wenn Ihr letztes Screening länger als zwei Jahre zurückliegt.“
Weitere wichtige Checks
- Darmkrebsvorsorge: Ab 50 Jahren haben Männer und Frauen Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie). Diese wird alle zehn Jahre von der Kasse übernommen.
- Gebärmutterhalskrebs: Frauen ab 20 Jahren können jährlich einen Pap-Abstriche machen lassen. Ab 35 Jahren wird alle drei Jahre ein HPV-Test angeboten.
- Brustkrebs: Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammografie-Screening.
Die Kosten für diese Untersuchungen werden derzeit noch von den Krankenkassen getragen. Sollten die geplanten Kürzungen umgesetzt werden, könnten auch hier Einschränkungen drohen. Nutzen Sie daher die Gelegenheit, Ihre Vorsorge noch in diesem Jahr zu komplettieren.
Politische Debatte
Die geplanten Kürzungen stoßen in der Opposition auf scharfe Kritik. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Anna Müller, bezeichnete die Pläne als „gefährlichen Rückschritt“: „Vorsorge ist die beste Medizin. Wer hier spart, spart am falschen Ende und gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung.“ Auch Patientenverbände und Ärztekammern haben Protest angekündigt.
Das Gesundheitsministerium verteidigt die Pläne mit Hinweis auf die angespannte Haushaltslage. Man müsse Prioritäten setzen und könne nicht alle Leistungen in vollem Umfang aufrechterhalten. Eine endgültige Entscheidung wird für den Herbst erwartet.
Bis dahin gilt: Wer seine Vorsorgeuntersuchungen noch in diesem Jahr durchführt, profitiert von den aktuell noch geltenden Leistungen. Experten raten dringend dazu, diesen Schritt jetzt zu gehen – bevor es zu spät ist.



