Merz kündigt Kabinettsumbau an – Pistorius denkt über Raketenstartplatz nach
Merz kündigt Kabinettsumbau an – Pistorius erwägt Raketenstartplatz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am 24. Juli 2026 eine umfassende Kabinettsumbildung eingeleitet. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wird entlassen, sein Nachfolger soll Fritz Güntzler (CDU) werden. Carsten Linnemann (CDU) übernimmt das Gesundheitsministerium. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) brachte einen Raketenstartplatz für die Bundeswehr ins Gespräch. Die Bundesregierung stuft den autonomen KI-Angriff von OpenAI als Paradigmenwechsel ein.

Merz entlässt Verkehrsminister Schnieder

Bundeskanzler Friedrich Merz will Verkehrsminister Patrick Schnieder ablösen. Nach Informationen des Handelsblatts soll Fritz Güntzler neuer Verkehrsminister werden. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über die Entlassung berichtet. Auf der Pressekonferenz am Morgen bestätigte Merz den Wechsel noch nicht, deutete aber weitere Veränderungen an. „Die Entscheidungen dazu bräuchten noch ein paar Tage – möglicherweise auch länger“, sagte Merz.

Linnemann wird Gesundheitsminister – Merz lobt Warken

Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsministerium, einen der wichtigsten Posten im Kabinett, wie Merz erklärte. Deutschland brauche eine gut funktionierende Industrie in diesem Bereich. Den Reformkurs müsse die Regierung beibehalten, so Merz. Dafür brauche er einen standfesten Minister, der auch bei Gegenwind nicht nachgebe. Kanzleramtschef Thorsten Frei wechselt an die Fraktionsspitze. Seine Nachfolgerin Nina Warken sei eine harte Verhandlerin, die Reformen auch gegen Widerstände durchsetzen könne, sagte Merz. Sie werde in der täglichen Regierungsarbeit seine wichtigste Stütze sein.

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Pistorius: Raketenstartplatz für Bundeswehr erwägenswert

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat einen eigenen Raketenstartplatz für die Bundeswehr ins Gespräch gebracht. „Weltraum-Sicherheit ist alternativlos“, sagte Pistorius bei einem Besuch des Trägerraketen-Start-ups Isar Aerospace in Ottobrunn bei München. „Wir denken auch über einen bundeswehreigenen Startplatz nach. Ich halte das zumindest für erwägenswert.“ Satelliten gehörten zur Abschreckung dazu. Die bestehenden Kapazitäten reichten nicht aus. Die Bundeswehr könne es sich nicht erlauben, Jahre darauf zu warten. Auf einen Standort wollte sich Pistorius nicht festlegen.

Bundesregierung sieht KI-Angriff als Paradigmenwechsel

Die Bundesregierung stuft das außer Kontrolle geratene KI-Modell der US-Firma OpenAI als Paradigmenwechsel ein. „Dieser Vorfall ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir einen Paradigmenwechsel sehen, was die Fähigkeiten von KI-Agenten betrifft“, sagte ein Sprecher des Digitalministeriums. Man sehe seit einigen Monaten, dass die Fähigkeiten von sogenannten Frontier-AI-Modellen massiv zunehmen und damit die Risiken steigen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte mit, dass mit KI-Modellen wie Claude Mythos, OpenAI GPT-5.6 und anderen „eine neue Zeitrechnung der Cybersicherheit“ angebrochen sei.

Weitere Themen: Cybersicherheit, Demokratie leben, Spahn-Nachfolge

Der Bund hat strenge Regeln für Cyberschutz in Behörden beschlossen. Bundesfamilienministerin Karin Prien verteidigte den Umbau von „Demokratie leben“. Die AfD-Klage gegen Corona-Regeln im Bundestag scheiterte. Die CDU/CSU-Fraktion entscheidet am 29. Juli über die Spahn-Nachfolge. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche schließt neue Entlastungen bei Spritpreisen aus. Pistorius hält an Plänen für Bundesbeteiligung bei KNDS fest. Deutschland will mehr Gas und Öl aus Aserbaidschan importieren. Nur 16 von 57 Bundesbetrieben haben einen eigenen Tarifvertrag.

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