Der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah ist als Zeuge im Prozess wegen mutmaßlicher Spionage für China gegen seinen früheren Mitarbeiter aufgetreten. Vor dem Oberlandesgericht Dresden gab Krah an, dass in seinem damaligen Büro im Europäischen Parlament das gesamte Team Zugriff auf seinen persönlichen Account gehabt habe.
Von diesem Account aus habe der Mitarbeiter auch Zugriff auf Dokumente und Mails gehabt. Aufgaben wie die Verwaltung von Zugriffsrechten und die Sortierung von Mails habe er an sein Team delegiert. „Ich hasse dieses ganze Zeugs“, sagte Krah.
Dem Angeklagten wirft der Generalbundesanwalt vor, als Assistent in Krahs Abgeordnetenbüro von 2019 bis 2024 Informationen gesammelt und teilweise vertrauliche Dokumente an chinesische Stellen weitergegeben zu haben. Zudem habe er persönliche Informationen über AfD-Führungspersonal zusammengetragen und chinesische Dissidenten ausgespäht. Bereits ab 2002 soll der Deutsche Mitarbeiter eines chinesischen Geheimdienstes gewesen sein.
Angeklagt ist auch eine mutmaßliche Komplizin, die für ein Logistikunternehmen am Flughafen Leipzig/Halle arbeitete. Sie räumte ein, Informationen an den Beschuldigten weitergegeben zu haben, betonte aber, von dessen möglicher Agententätigkeit nichts gewusst zu haben.
Die Bundesanwaltschaft schätzt den Fall als „besonders gravierend“ ein. Im Falle einer Verurteilung drohen dem ehemaligen Mitarbeiter bis zu zehn Jahre Haft. Bis Ende September sind sieben weitere Verhandlungstermine angesetzt.
Krah war von 2019 bis 2025 Mitglied des Europäischen Parlaments und ist nun Bundestagsabgeordneter. Er legte sein EU-Mandat nieder, nachdem er im Februar über ein AfD-Direktmandat in Sachsen in den Bundestag eingezogen war. Dem beschuldigten Mitarbeiter kündigte er nach dessen Verhaftung im April 2024.



