AfD-Jugendvorständin Gehrckens erhält Rüge nach umstrittenen Äußerungen
AfD-Jugendvorständin Gehrckens erhält Rüge nach umstrittenen Äußerungen

Die AfD-Jugendvorständin Julia Gehrckens ist vom niedersächsischen Landesverband der Partei gerügt worden. Hintergrund sind Aussagen, die sie in einem Undercover-Video von RTL und Stern getätigt haben soll. Darin bezeichnete sie Pforzheim als „gottlose Kanaken-Stadt“ und Linke als „geisteskrank“. Zudem soll sie die Behauptung bestätigt haben, dass Banken in Amerika den Juden gehörten.

Der niedersächsische AfD-Landesverband bestätigte die Rüge und erklärte, der Landesvorstand habe Gehrckens darauf hingewiesen, dass „unangemessene, geschmacklose und inhaltlich problematische Äußerungen“ für die AfD inakzeptabel seien. Die Äußerungen seien bei einem Frauenkongress der ESN-Fraktion im Europaparlament sowie bei einem Treffen des Frauen-Netzwerks „Lukreta“ gefallen, das im Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen als rechtsextremistisch eingestuft wird.

Gehrckens bedauerte ihr Verhalten und räumte die Aussagen ein. „Ja, ich habe diese Aussagen gemacht. Das war ein Fehler“, zitierte die Bild-Zeitung die GD-Vorständin. „Ich lehne Antisemitismus ab und bedauere meine Wortwahl. Solch abwertende Formulierungen dürfen im politischen Raum keinen Platz haben.“ Der GD-Sprecher Wendelin Nepomuk Fessl bestätigte die Äußerungen und kritisierte die Umstände der Aufnahmen, betonte aber, dass die Aussagen „in Teilen nicht unserem Anspruch an eine sachliche Auseinandersetzung“ entsprächen.

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Gehrckens war im November in den Vorstand der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) gewählt worden. Bereits zuvor hatte es Ordnungsmaßnahmen gegen den GD-Vorstand Kevin Dorow gegeben, der nach einer Rede bei der Gründungsveranstaltung in Gießen seine Parteiämter niederlegen musste. Die Staatsanwaltschaft prüft dort eine mögliche Strafbarkeit wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Die GD wurde nach der Auflösung der Jungen Alternative (JA) gegründet und ist als Gliederung der AfD eng an die Mutterpartei angebunden. Mitglieder müssen in der Regel auch AfD-Mitglied sein, was der Partei mehr Durchgriff ermöglicht.

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