Reiche: Wasserstoff-Stahlwerk hat positive Effekte auf ganze Wirtschaft
Reiche: Wasserstoff-Stahlwerk mit Breitenwirkung

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die milliardenschwere Umrüstung des Stahlkonzerns Salzgitter auf eine klimafreundlichere Produktion als wegweisend für mehrere Branchen bezeichnet. Das Vorzeigeprojekt zeige, dass selbst eine der emissionsintensivsten Industrien mit Erhalt der Arbeitsplätze transformiert werden könne, sagte die CDU-Politikerin bei einem Unternehmensbesuch in Niedersachsen.

Umstellung auf grünen Wasserstoff

Der Konzern hatte Ende 2023 den Umbau seines Stahlwerks begonnen. Statt im kohlebefeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff betrieben wird. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Am Ende soll eine Verminderung der CO2-Emissionen um 95 Prozent stehen. Bund und Land fördern das Vorhaben mit insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro.

Positive Auswirkungen auf andere Branchen

Reiche verwies darauf, dass durch die Umstellung auch Unternehmen aus anderen Branchen nachhaltige Produkte in Deutschland erhalten und diese nicht im Ausland beschaffen müssten. Das Projekt sei zudem ein Initiationskeim für weitere Transformationen in der zunächst eher zögerlichen Autoindustrie gewesen, sagte die Ministerin.

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Kritik an EU-Emissionshandelsreform

Erst vor wenigen Tagen hatte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler seinen Unmut über die Pläne der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels geäußert. Die Pläne gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hätten. Die EU-Kommission hatte zuvor eine Abschwächung eines zentralen Klimaschutzinstruments vorgeschlagen. „Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen“, schrieb Groebler auf LinkedIn. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess nachzubessern.

Bedeutung für den Wirtschaftsstandort

Das Salzgitter-Projekt gilt als Paradebeispiel für die Dekarbonisierung der Schwerindustrie. Sollte die Umstellung erfolgreich verlaufen, könnte sie nicht nur die Stahlproduktion revolutionieren, sondern auch anderen Sektoren wie der Automobilindustrie den Weg zu einer klimaneutralen Lieferkette ebnen. Die Förderung von Bund und Land unterstreicht die strategische Bedeutung des Vorhabens für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

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