Die CDU hat nun offiziell das, was schon seit Monaten klar ist: einen Spitzenkandidaten. Kai Wegner wurde gestern Abend von den Delegierten gewählt – wenig überraschend, trotz des überraschenden Gegenkandidaten Wolfram Wickert, dem Bruder des Fernsehmoderators Ulrich Wickert, der immerhin 18 Prozent der Stimmen erhielt.
Wahl ohne große Euphorie
Nach Monaten der Kritik klatschten die Parteifreunde demonstrativ so lange, bis ihnen „die Hände wehtaten“, wie Jan-Marco Luczak bemerkte. Die Standing Ovations dauerten ganze sieben Minuten. Doch echte Begeisterung wollte trotz Wegners College-Jacke und Durchhalteparolen wie „Jetzt kämpfen wir“ nicht aufkommen.
Stimmung unter den Delegierten
Ein Delegierter fasste die Stimmung hinter vorgehaltener Hand zusammen: „Arschbacken zusammenkneifen.“ Diese Aussage spiegelt die verhaltene Erwartungshaltung vieler Parteimitglieder wider. Zwar steht die CDU geschlossen hinter ihrem Kandidaten, doch die Euphorie der vergangenen Jahre ist einer nüchternen Realismus gewichen.
Herausforderungen für Wegner
Kai Wegner steht vor großen Herausforderungen. Die Berliner CDU muss sich im Wahlkampf gegen die starke Konkurrenz der SPD und Grünen behaupten. Die Parteispitze setzt auf Geschlossenheit und Kampfgeist, doch die Basis scheint noch nicht vollends überzeugt. Die Gastro- und Einzelhandelsverbände hoffen derweil auf einen WM-Sieg der deutschen Nationalmannschaft, um die Stimmung im Land zu heben – auch für die CDU.



