Zum ersten Mal ist es einem US-Forschungsteam gelungen, einzelne Genbausteine im Erbgut menschlicher Embryonen gezielt zu verändern. Der Eingriff erfolgte mit der hochmodernen gentechnischen Methode „Base Editing“, die als besonders präzise und nebenwirkungsarm gilt. Experten zufolge ist die Technik so weit fortgeschritten, dass eine Anwendung in der Fortpflanzungsmedizin denkbar wäre – etwa um erbliche Defekte bereits vor der künstlichen Befruchtung zu korrigieren.
Präziser Eingriff in die Keimbahn
Das Verfahren ermöglicht es, einzelne Buchstaben im genetischen Code auszutauschen, ohne die DNA zu durchtrennen. Dies reduziert das Risiko unerwünschter Mutationen erheblich. Die Forscher arbeiteten dabei mit einem Unternehmen zusammen, das die „genetische Optimierung“ von Reagenzglasbabys anstrebt. Dies hat die ethische Debatte um Eingriffe in die menschliche Keimbahn neu entfacht.
Debatte um Erbguteingriffe gewinnt an Fahrt
Wissenschaftler und Ethiker sind sich uneinig: Während einige die Möglichkeit begrüßen, schwere Erbkrankheiten zu verhindern, warnen andere vor den Risiken und den gesellschaftlichen Folgen. Die Diskussion um Erbguteingriffe werde „jetzt wieder Fahrt aufnehmen“, so ein Experte. Insbesondere die Frage, ob solche Eingriffe auch für nicht-medizinische Zwecke genutzt werden könnten, steht im Raum.
Kooperation mit umstrittener Firma
Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das offen für „genetische Optimierung“ wirbt, hat zusätzliche Kritik hervorgerufen. Kritiker befürchten, dass dies den Weg für Designer-Babys ebnen könnte. Die Forscher betonen hingegen, dass ihre Arbeit zunächst der Grundlagenforschung dient und strenge ethische Richtlinien eingehalten werden.
Die Studie wurde in einem renommierten Fachjournal veröffentlicht und zeigt, dass Base Editing an menschlichen Embryonen prinzipiell funktioniert. Weitere Forschung sei jedoch nötig, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu belegen. Die Ergebnisse könnten langfristig neue Wege in der Prävention von Erbkrankheiten eröffnen.



