FIFA-Präsident Gianni Infantino hat eine erneute Erweiterung der Fußball-Weltmeisterschaft auf 64 Nationalmannschaften ins Spiel gebracht. In einem Interview mit dem Schweizer Portal Blue Sport erklärte der 56-Jährige, dass man über eine solche Aufstockung „auf jeden Fall“ nach der aktuellen WM nachdenken solle. Das Gespräch wurde bereits zu Beginn der K.o.-Runde der WM in den USA, Mexiko und Kanada geführt.
Infantino: „Die ganze Welt muss träumen dürfen“
Infantino betonte, dass nicht nur Europa und Südamerika von der WM träumen dürfen sollten, sondern die gesamte Welt. Mit Blick auf das laufende Turnier, das erstmals mit 48 Teams ausgetragen wird, zog der FIFA-Chef ein positives Zwischenfazit: „Die Erweiterung ist ein riesiger Erfolg. Man sieht, die Qualität der Teams ist allgemein extrem hoch und wird höher, höher und höher, überall auf der Welt.“ Für kleine Nationen sei ein größeres Teilnehmerfeld eine Möglichkeit und ein Ansporn, an einer WM teilzunehmen.
Die Debatte um ein Turnier mit noch mehr Teilnehmern ist nicht neu. Bereits für die WM 2030, die in Marokko, Portugal und Spanien stattfinden soll, wird eine Aufstockung diskutiert. Unterstützt wird der Vorschlag unter anderem von Alejandro Domínguez, dem Präsidenten des südamerikanischen Fußballverbands CONMEBOL. Er wirbt dafür, 64 Teams zuzulassen, um das hundertjährige Jubiläum der ersten WM 1930 in Uruguay zu würdigen.
Erstmals 48 Teams bei der WM 2026
Erst zur aktuellen Weltmeisterschaft wurde das Teilnehmerfeld von 32 auf 48 Mannschaften erhöht. Dadurch wurde erstmals ein Sechzehntelfinale ausgetragen. Insgesamt werden in fünf Wochen Turnierzeit 104 Spiele gespielt – ein Rekord. Kleine Nationen wie Kap Verde und die DR Kongo sorgten für Aufmerksamkeit, während andere Debütanten früh ausschieden. Infantino zeigte sich dennoch zufrieden: „Jedes Team hat top gespielt. Von jedem Kontinent haben Mannschaften Tore geschossen und mindestens einen Punkt geholt. Neun von zehn afrikanischen Teams haben die K.o.-Phase erreicht. An der letzten WM waren nur fünf Teams aus Afrika dabei. Das zeigt doch, dass es wichtig ist, alle Mannschaften einzubeziehen.“
Eine weitere Aufstockung auf 64 Nationen würde die Teilnehmerzahl innerhalb kurzer Zeit verdoppeln – zwischen 1998 und 2022 nahmen stets 32 Teams an der WM teil. Kritiker befürchten eine Verwässerung der sportlichen Qualität, doch Infantino sieht darin eine Chance für die globale Entwicklung des Fußballs.



