Laut dem aktuellen Deutschland-Monitor 2025 ist etwa jeder fünfte Bundesbürger offen für autoritäre Ideen. In Ostdeutschland liegt der Anteil sogar bei einem Viertel der Befragten. Die Studie zeigt eine wachsende Skepsis gegenüber der Demokratie, insbesondere in strukturschwachen Regionen.
Konkret stimmten knapp zwei Prozent der rund 8.000 Befragten drei Aussagen voll zu: dass eine Diktatur unter bestimmten Umständen die bessere Staatsform sei, dass Entscheidungen von einer Führungspersönlichkeit ohne Rücksicht aufs Parlament getroffen werden sollten und dass Deutschland eine einzige starke Partei brauche. Weitere 21 Prozent zeigten sich zumindest empfänglich für ein autoritäres Weltbild.
Die Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie liegt bundesweit bei 60 Prozent, in Ostdeutschland bei 51 Prozent – ein Anstieg um acht Prozentpunkte im Vergleich zu 2023. Dennoch sehen 71 Prozent der Befragten eine eher negative Entwicklung der Demokratie in Deutschland.
Besonders auffällig ist die Zustimmung zur Forderung nach einer starken Partei: 31 Prozent stimmten bundesweit voll zu, in Ostdeutschland 35 Prozent. Die Idee einer Führungspersönlichkeit ohne parlamentarische Zwänge befürworten elf Prozent bundesweit, in Ostdeutschland 15 Prozent. Eine Diktatur als bessere Staatsform sehen vier Prozent der Gesamtbevölkerung als voll zutreffend an, in Ostdeutschland sechs Prozent.
Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) betonte, dass die Zufriedenheit mit der Demokratie grundsätzlich hoch sei. Wer jedoch in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Wandel gemacht habe, blicke skeptischer auf die Zukunft – vor allem in abgehängten Regionen.



