SPD-Spitzenkandidat Krach lehnt nächtliche Görli-Schließung ab
Krach lehnt nächtliche Görli-Schließung ab

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat sich klar gegen die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Kreuzberg positioniert. „Eine solche wird es mit mir nicht geben“, sagte Krach dem „Tagesspiegel“. Der Park gilt als zentraler Anlaufpunkt für Drogenhandel und -konsum, wobei die Probleme längst auf die umliegenden Kieze übergegriffen haben.

Krach: Zaun verlagert nur das Problem

Krach begründete seine Ablehnung mit der Überzeugung, dass ein Zaun um den Park lediglich eine Verlagerung des Problems bewirke. „Ich will es ernsthaft lösen, und das schafft man nicht mit Symbolpolitik“, betonte er. Stattdessen strebt er eine Weiterentwicklung des sogenannten Züricher Modells an, bei dem in der Schweizer Stadt der Drogenkonsum und der Mikrohandel an bestimmten Orten toleriert werden.

Dieses Konzept möchte Krach zu einem „Berliner Modell“ ausbauen. Dazu gehören nach seinen Worten Maßnahmen, „mit denen wir suchtkranke Menschen von der Straße holen und die Kieze entlasten, aber auch ein massiver Ausbau von Präventionsarbeit“. Damit reagiert er auf die anhaltende öffentliche Debatte über den offenen Drogenhandel an vielen Orten der Hauptstadt.

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Hintergrund: Gericht kippte Schließung

Die CDU-geführte Landesregierung hatte an den Eingängen des Parks verschließbare Tore aufgestellt und eine nächtliche Schließung geplant. Das Berliner Verwaltungsgericht kippte diese Maßnahme jedoch Anfang Juni in einem Eilverfahren. Seitdem bleibt der „Görli“ nachts wieder geöffnet, was die Diskussion weiter anheizt.

Die Auseinandersetzung um den Park hatte Anwohner und Landespolitik über Monate beschäftigt. Während die einen auf eine konsequente Durchsetzung der Schließung drängen, fordern andere wie Krach eine ganzheitliche Strategie, die sowohl die Situation der Süchtigen als auch die Belastung der Anwohner berücksichtigt.

Ausblick: Wahlkampfthema mit Signalwirkung

Mit seiner klaren Ansage will Krach das Thema im Falle eines Wahlsiegs schnell abräumen. Seine Ankündigung dürfte im Wahlkampf für Diskussionen sorgen, denn die Drogenpolitik ist in Berlin ein sensibles Thema. Der SPD-Spitzenkandidat setzt auf einen Kurs, der auf Prävention und Hilfe statt auf Abschreckung setzt – ein Modell, das in Zürich bereits erfolgreich praktiziert wird.

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