Kritik an Führungsstil von Katherina Reiche
Bei einer Personalversammlung im Bundeswirtschaftsministerium ist Staatssekretärin Katherina Reiche von eigenen Mitarbeitern scharf angegriffen worden. Wie die „Welt“ aus Teilnehmerkreisen erfuhr, äußerten mehrere Beschäftigte offen ihre Unzufriedenheit mit der Arbeitsatmosphäre und dem Führungsstil der Beamtin. Die Veranstaltung, die eigentlich der Information dienen sollte, entwickelte sich zu einer emotionalen Aussprache.
Vorwürfe der Mitarbeiter
Konkret wurde Reiche vorgeworfen, sie schaffe ein Klima der Angst und Unsicherheit. Mitarbeiter berichteten von willkürlichen Entscheidungen und mangelnder Wertschätzung. Einige beklagten, dass Kritik nicht erwünscht sei und dass sie sich nicht trauten, Probleme offen anzusprechen. Andere monierten, dass wichtige Informationen nicht weitergegeben würden und dass die Kommunikation innerhalb der Abteilung gestört sei.
Die Staatssekretärin, die seit 2020 im Amt ist, reagierte nach Angaben von Teilnehmern teils defensiv, teils einsichtig. Sie versprach, die Kritik ernst zu nehmen und an den genannten Punkten zu arbeiten. Allerdings blieben viele Mitarbeiter skeptisch, ob sich die Situation tatsächlich verbessern werde.
Hintergrund der Personalversammlung
Die Personalversammlung fand statt, nachdem sich in den vergangenen Monaten immer mehr Beschäftigte über die Arbeitsbedingungen beschwert hatten. Auch die Personalvertretung hatte mehrfach auf Missstände hingewiesen. Das Wirtschaftsministerium bestätigte die Durchführung der Versammlung, wollte sich aber zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern. Ein Sprecher erklärte lediglich, dass man einen offenen Austausch pflege und konstruktive Kritik willkommen heiße.
Die Affäre könnte auch politische Folgen haben, da Reiche als enge Vertraute von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gilt. Oppositionspolitiker forderten bereits Konsequenzen und eine Aufklärung der Vorwürfe. Die Grünen selbst zeigten sich besorgt über die Berichte und kündigten an, das Gespräch mit der Staatssekretärin zu suchen.
Ob die Personalversammlung langfristig zu einer Besserung der Situation führt, bleibt abzuwarten. Viele Mitarbeiter hoffen nun auf konkrete Maßnahmen und eine nachhaltige Veränderung der Führungskultur im Ministerium.



