SPD-Groll: Schwesig als Chefin? Hollstein analysiert
SPD-Groll: Schwesig als Chefin? Hollstein analysiert

In der SPD brodelt es gewaltig. Viele in der Partei sind mit der Doppelspitze aus Bärbel Bas und Lars Klingbeil unzufrieden. Nach den Landtagswahlen im Osten könnte Manuela Schwesig zur neuen Parteichefin aufsteigen. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern gilt als äußerst selbstbewusst und genießt in der Partei hohes Ansehen. Die stellvertretende BILD-Politikchefin Miriam Hollstein hat die Lage analysiert und die Chancen Schwesigs auf weitere Posten bewertet.

Unmut in der SPD über Bas und Klingbeil

Die Kritik an der aktuellen Führungsspitze wird immer lauter. Viele Genossen werfen Bärbel Bas und Lars Klingbeil vor, zu zögerlich und ohne klares Profil zu agieren. Die Partei steckt in einem Umfragetief, und die internen Querelen nehmen zu. Besonders nach den enttäuschenden Ergebnissen bei den jüngsten Wahlen in Ostdeutschland wächst der Druck auf die Parteispitze.

In dieser angespannten Situation rückt Manuela Schwesig in den Fokus. Die Regierungschefin aus Schwerin hat sich in der Vergangenheit als pragmatische und durchsetzungsstarke Politikerin profiliert. Sie führt ihr Bundesland seit 2017 und genießt auch bundesweit hohe Beliebtheitswerte. In der SPD wird sie als mögliche Nachfolgerin gehandelt, die die Partei aus der Krise führen könnte.

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Schwesigs Profil: Selbstbewusst und durchsetzungsstark

Miriam Hollstein beschreibt Schwesig als äußerst selbstbewusste Politikerin, die genau wisse, was sie wolle. „Schwesig hat in Mecklenburg-Vorpommern bewiesen, dass sie Regierungsverantwortung übernehmen und gestalten kann“, so Hollstein. Sie sei eine der profiliertesten Sozialdemokratinnen im Osten und habe sich auch in der Corona-Krise einen Namen gemacht.

Hollstein verweist darauf, dass Schwesig bei den Landtagswahlen im Osten eine wichtige Rolle spielen könnte. Sollte die SPD dort erfolgreich abschneiden, würde dies ihre Position weiter stärken. Die stellvertretende BILD-Politikchefin sieht in Schwesig eine ernsthafte Kandidatin für den Parteivorsitz, auch wenn sie sich bislang nicht offiziell geäußert hat.

Hollstein: „Schwesig als SPD-Chefin wäre schwieriger für Merz“

In dem Video-Interview betont Hollstein, dass Schwesig für die Union und insbesondere für Kanzler Friedrich Merz eine deutlich schwierigere Gegnerin wäre als die aktuelle Parteispitze. „Schwesig als SPD-Chefin wäre schwieriger für Merz“, sagt Hollstein. Sie begründet dies mit Schwesigs kommunikativer Stärke und ihrer Fähigkeit, Themen zu setzen.

Hollstein verweist auf Schwesigs Erfahrung als Ministerpräsidentin, die sie im Umgang mit der Bundesregierung geschult habe. Sie könne Merz auf Augenhöhe begegnen und die Position der SPD in der Regierung besser vertreten. Zudem gelte Schwesig als jemand, der auch unangenehme Entscheidungen treffen könne.

Chancen auf weitere Posten

Hollstein bewertet auch Schwesigs Chancen auf weitere Posten. Neben dem Parteivorsitz könne sie auch für das Kanzlerkandidatenschauspiel eine Rolle spielen. In der SPD werde darüber diskutiert, wer bei der nächsten Bundestagswahl als Spitzenkandidat antreten soll. Schwesig sei eine Option, auch wenn es noch andere Kandidaten gebe.

Die stellvertretende BILD-Politikchefin weist allerdings darauf hin, dass Schwesig sich nicht unbedingt auf den Parteivorsitz beschränken müsse. Sie könnte auch in der Bundespolitik eine wichtige Rolle übernehmen, etwa als Ministerin in einem künftigen Kabinett. Ihre Popularität in Ostdeutschland mache sie zu einer wertvollen Stimme für die SPD.

Reaktionen aus der Partei

In der SPD gibt es durchaus Unterstützung für Schwesig. Einige Genossen sehen in ihr die Chance, die Partei zu erneuern und neue Wählerschichten zu erschließen. Andere warnen jedoch vor einem zu schnellen Wechsel an der Spitze und verweisen auf die laufenden Regierungsgeschäfte.

Die aktuelle Parteispitze um Bas und Klingbeil hat sich bislang nicht zu den Spekulationen geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Fest steht: Die Diskussion über die Führungsfrage wird die SPD in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.

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