In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich drei Monate vor der Landtagswahl ein spannender Wahlkampf ab. Die AfD führt in den Umfragen klar mit 36 Prozent, während die SPD mit 27 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei liegt. Dennoch gibt sich die SPD kämpferisch und setzt alles auf Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die als Spitzenkandidatin ins Rennen geht.
Schwesig als Trumpfkarte der SPD
Auf der Landesvertreterversammlung in Wismar wurde Schwesig mit beeindruckenden 98,9 Prozent zur Spitzenkandidatin gewählt. Die Genossen zeigen sich überzeugt von ihrer Popularität und ihrem Draht zu den Menschen. „Frau Schwesig hat den Überblick, sie hat das Ohr an den Leuten und weiß, was los ist“, sagt eine Teilnehmerin. Ein anderer betont: „Sie genießt Vertrauen und Wertschätzung über Parteigrenzen hinweg.“ Schwesig selbst sieht die Wahl als Richtungsentscheidung: „Entweder Manuela Schwesig und die SPD für eine stabile, demokratische Regierung oder die AfD, die dieses Land in eine schlechte Zukunft führt.“
Herausforderungen im Wahlkampf
Trotz der Euphorie sind die Umfragen ernüchternd. Die SPD liegt deutlich hinter der AfD, die von Frust und Unzufriedenheit profitiert. Auf dem Hafenfest in Wismar äußern viele Wähler ihre Enttäuschung über die etablierten Parteien. Ein Dachdecker sagt: „Die arbeitende Bevölkerung wird ausgenutzt. Alle Parteien versprechen, aber halten nichts.“ Ein anderer fügt hinzu: „SPD, CDU, CSU – jahrelang passiert nichts Vernünftiges.“ Andere wiederum fürchten einen AfD-Sieg: „Die AfD ist für mich der Weltuntergang. Die haben keinen Plan“, warnt ein Mann. Eine Frau kritisiert: „Sie hetzen, aber für die Bürger tun sie nichts.“
Strategie der SPD: Kümmern statt Parolen
Die SPD setzt auf direkte Gespräche und ihre Rolle als „Kümmererpartei“. Umweltminister Till Backhaus betont: „Vertrauen, Verlässlichkeit, Verantwortung – das steht für uns ganz oben.“ Eine Teilnehmerin ergänzt: „Die AfD schürt nur Ängste, wir machen Dinge mit Hand und Fuß.“ Schwesig zeigt sich kämpferisch: „Ich bin es gewohnt zu kämpfen. Es geht nicht um mich, sondern darum, dass unser Land freiheitlich und stabil bleibt.“
Historischer Rückblick und Ausblick
Bereits 2021 gelang der SPD ein ähnlicher Endspurt: Damals holte sie mehr als zehn Prozentpunkte auf und gewann die Wahl deutlich. Sollte Schwesig dieses Kunststück wiederholen, wäre es ihr politisches Meisterstück. Die SPD hat noch gut drei Monate Zeit, um die Wähler zu überzeugen und die AfD einzuholen.



