Berlin-Trend: Linke und AfD im Osten stark, Mitte verliert
Berlin-Trend: Linke und AfD im Osten stark, Mitte verliert

Die politische Spaltung Berlins hat sich laut dem aktuellen Berlin-Trend von Infratest dimap für den RBB weiter verschärft. Während die CDU nach dem Rückzug von Kai Wegner von der Spitzenkandidatur leichte Zugewinne verzeichnet, erstarken die politischen Ränder in der Hauptstadt deutlich. Die Linke liegt mit 22 Prozent landesweit vorn, die AfD kommt auf 16 Prozent. Besonders ausgeprägt ist die Polarisierung im Ostteil der Stadt.

Linke im Osten wieder stärkste Kraft

Im Ostteil Berlins erreicht die Linke 25 Prozent und ist damit stärkste Kraft, gefolgt von der AfD mit 20 Prozent. CDU und Grüne liegen gleichauf bei 15 Prozent, die SPD nur noch bei knapp über zehn Prozent. Rechnet man das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hinzu, das ausschließlich im Osten Zustimmung erhält, kommen die teils radikalen Ränder auf rund die Hälfte der Stimmen. Die bürgerliche Mitte verliert dramatisch zwischen links und rechts.

„Die politischen Unterschiede zwischen Ost und West nehmen wieder zu“, kommentierte ein Analyst die Zahlen. „Die Polarisierung ist im Osten viel stärker ausgeprägt.“

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CDU erholt sich, bleibt aber zweitstärkste Kraft

Die CDU konnte ihren Abwärtstrend stoppen: Nachdem sie im Juni auf 17 Prozent abgerutscht war, liegt sie nun bei 20 Prozent – ein Plus von drei Prozentpunkten. Dennoch bleibt sie hinter der Linken (22 Prozent) und liegt gleichauf mit den Grünen (17 Prozent) und der AfD (16 Prozent). Die SPD fällt auf zwölf Prozent, FDP und BSW verharren bei drei Prozent und würden den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen.

Der Rückzug von Kai Wegner als Spitzenkandidat wird von 77 Prozent der Befragten befürwortet, bei CDU-Anhängern sind es 76 Prozent. Sein Nachfolger Stefan Evers ist jedoch noch wenig bekannt: Nur 17 Prozent sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, 21 Prozent weniger oder gar nicht. Die übrigen kennen ihn nicht oder machten keine Angabe.

Linke auch im Westen stark

Überraschend ist die Stärke der Linken auch im Westteil der Stadt: Mit 20 Prozent liegt sie dort auf Platz zwei, noch vor den Grünen (18 Prozent). Die CDU führt im Westen mit 23 Prozent, die AfD erreicht 14 Prozent, die SPD nur 13 Prozent.

Rechnerisch ist keine Koalition aus zwei Parteien möglich. Eine Fortsetzung von Schwarz-Rot scheitert an den Prozenten. Allerdings wäre ein rot-rot-grünes Bündnis unter Führung der Linken mit zusammen 51 Prozent möglich.

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