Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Jan Redmann hat den Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewürdigt. „Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schwierig es sein kann, politische Verantwortung und höchstpersönliche Lebensentscheidungen in Einklang zu bringen“, erklärte Redmann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Spahn habe sich der Debatte gestellt und „für sich die Konsequenz gezogen“, weil für ihn seine Familie an erster Stelle stehe. „Diese Entscheidung verdient Respekt.“
Hintergrund des Rücktritts
Spahn war nach wachsendem Druck von seinem Amt zurückgetreten. In die Kritik geraten war er, weil er und sein Ehemann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, und die CDU spricht sich gegen eine Legalisierung aus. Der Druck auf Spahn war in den vergangenen Tagen stetig gestiegen, insbesondere aus den eigenen Reihen.
Redmann kritisiert überzogene Reaktionen
Redmann hält einen Teil der Kritik an Spahn für unangemessen. „Manche Kritik hatte dabei jedoch Maß und Mitte verloren. Das christliche Menschenbild muss sich auch im Umgang miteinander beweisen“, betonte der CDU-Landeschef. Er dankte Spahn ausdrücklich für dessen Arbeit: „Jens Spahn hat unsere Bundestagsfraktion in den vergangenen Monaten mit großem Engagement, klarer Führung und hoher Verlässlichkeit geführt und gerade jüngst Reformen in der Koalition den Weg bereitet. Dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung.“
Der Rücktritt von Spahn markiert einen Einschnitt in der Führung der Unionsfraktion. Sein Nachfolger soll in den kommenden Tagen gewählt werden. Die Debatte um die private Entscheidung Spahns und die Frage der Leihmutterschaft wird innerhalb der Partei und der Gesellschaft voraussichtlich weitergeführt.



