Sieben Menschen berichten Jahre später von dem einen Satz, der ihren Körperhass auslöste. Ein kleiner Kommentar über die Brille, die Beine oder die Figur – und ein ganzes Leben gerät aus dem Gleichgewicht. BILD-Mitarbeiter erzählen zum ersten Mal, welche scheinbar beiläufigen Sprüche sie seit der Kindheit nicht mehr loslassen. Wie aus einem dummen Kommentar eine dauernde Stimme im Kopf wird und warum sie zum Teil bis heute darunter leiden.
Die Macht der Worte in der Pubertät
Experten erklären, weshalb solche Bemerkungen in der Pubertät so tief treffen. In dieser Phase der Selbstfindung sind Jugendliche besonders empfänglich für Kritik an ihrem Aussehen. Ein unbedachter Satz kann sich ins Gedächtnis brennen und das Körperbild nachhaltig negativ prägen.
Laut einer Studie der Universität Leipzig geben 65 Prozent der Jugendlichen an, schon mindestens einmal wegen ihres Aussehens gehänselt worden zu sein. Bei den Betroffenen führt dies oft zu einem geringeren Selbstwertgefühl und im schlimmsten Fall zu Essstörungen.
Warnsignale für Eltern
An welchen Warnsignalen Eltern erkennen, dass ihr Kind mit seinem Körperbild kämpft, beschreibt die Psychologin Dr. Anna Schmidt: „Wenn Kinder plötzlich bestimmte Kleidung verweigern, sich häufig negativ über ihren Körper äußern oder soziale Aktivitäten vermeiden, sollten Eltern hellhörig werden.“
Eltern können helfen, indem sie offene Gespräche führen und ihrem Kind vermitteln, dass wahre Schönheit von innen kommt. Auch professionelle Unterstützung durch Therapeuten kann sinnvoll sein.
Konkrete Hilfestellungen
Was konkret hilft, um solche Sätze endlich leiser zu drehen? Die Expertin rät zu einer bewussten Gegensteuerung: „Schreiben Sie positive Affirmationen auf, sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Gefühle und suchen Sie sich Vorbilder, die Körpervielfalt feiern.“
Die persönlichen Geschichten der sieben BILD-Mitarbeiter zeigen, dass der Weg zur Selbstakzeptanz lang sein kann, aber möglich ist. Sie teilen ihre Erfahrungen, um anderen Betroffenen Mut zu machen.



