Laura Strohschneider, die Landesvorsitzende der Jungen Union (JU) Brandenburg, ist von ihrem Amt zurückgetreten und hat zugleich ihren Austritt aus der CDU erklärt. In einer Nachricht an die Mitglieder, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, begründete sie diesen Schritt mit scharfer Kritik am Spitzenpersonal der Partei sowie am politischen Kurs der Bundesregierung. Der überraschende Rücktritt könnte die innerparteilichen Spannungen in der brandenburgischen CDU weiter verstärken.
Kritik am Führungskurs
Strohschneider, die seit 2023 an der Spitze des JU-Landesverbandes stand, warf der CDU-Führung vor, sich von den konservativen Wurzeln entfernt zu haben. In ihrem Schreiben heißt es, die aktuelle Ausrichtung der Bundesregierung unter CDU-Beteiligung sei nicht mehr mit ihren Überzeugungen vereinbar. Sie nannte konkrete Beispiele wie die Migrations- und Energiepolitik, die ihrer Ansicht nach zu stark von grünen Positionen geprägt seien. Der Schritt kommt nur wenige Monate vor der Landtagswahl in Brandenburg, bei der die CDU um den Wiedereinzug ins Parlament kämpft.
Die JU Brandenburg gilt traditionell als Sprachrohr des konservativen Flügels. Strohschneider selbst war mehrfach durch pointierte Stellungnahmen zur Asylpolitik und zur inneren Sicherheit aufgefallen. Ihr Rücktritt wird in Parteikreisen als Signal gewertet, dass die Unzufriedenheit in der jungen Generation der Christdemokraten zunimmt.
Reaktionen aus der Partei
CDU-Landeschef Jan Redmann äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorgang. Aus Parteivorstandskreisen verlautete jedoch, man habe den Rücktritt mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Einige Mitglieder der JU solidarisierten sich mit Strohschneider und forderten eine Kurskorrektur. Andere warnten vor einer weiteren Zersplitterung der Partei. Die Vorsitzende der JU Brandenburg hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die CDU ein klares konservatives Profil brauche, um bei jungen Wählern zu punkten.
Die Nachricht von Strohschneiders Austritt verbreitete sich schnell in den sozialen Medien. So kommentierte der ehemalige JU-Bundesvorsitzende Tilman Kuban auf Twitter, der Schritt tue der Partei weh, sei aber Ausdruck echter innerparteilicher Demokratie. Die Landtagsfraktion in Potsdam zeigte sich zurückhaltend und verwies auf anstehende Gespräche.
Auswirkungen auf die Landtagswahl
Brandenburgs CDU steht vor schwierigen Monaten. Bei der letzten Landtagswahl 2019 erreichte die Partei 15,6 Prozent der Stimmen – ein historisch schlechtes Ergebnis. Aktuelle Umfragen sehen die CDU bei etwa 18 Prozent, deutlich hinter der SPD und der AfD. Der Verlust einer prominenten Nachwuchspolitikerin könnte die Mobilisierung junger Wähler zusätzlich erschweren. Strohschneider war als Zugpferd für den Wahlkampf im Gespräch gewesen.
Die Junge Union Brandenburg wird nun kommissarisch von einem der stellvertretenden Landesvorsitzenden geführt werden. Ein außerordentlicher Landesparteitag zur Neuwahl des Vorstands soll innerhalb der nächsten drei Monate stattfinden. Ob Strohschneider sich politisch anderweitig engagieren wird, ist bislang nicht bekannt. In ihrem Abschiedsbrief betonte sie, dass sie die aktuelle Entwicklung der Partei nicht länger mittragen könne.



