Bericht: CDU-Spitze berät über Konsequenzen für Spahn wegen Leihmutterschaft
CDU-Spitze berät über Konsequenzen für Spahn

Nach einem Medienbericht könnte die CDU-Spitze noch am Samstag über die Zukunft von Unionsfraktionschef Jens Spahn entscheiden. Der Druck auf Spahn wächst, seit bekannt wurde, dass er und sein Ehemann durch eine Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, und die CDU hatte sich erst im Februar gegen eine Legalisierung ausgesprochen.

Spitzenrunde noch am Samstag geplant

Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Kreise der Unionsführung berichtet, sollen der Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn, CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz sowie CSU-Chef Markus Söder noch am Samstag über den weiteren Umgang mit der Geburt des Kindes beraten. Dem Bericht zufolge soll dabei auch die Zukunft Spahns als Vorsitzender der Unionsfraktion Thema sein. Ein Insider aus der Parteiführung wird mit den Worten zitiert: „Das wird heute entschieden.“

Kritik an Spahn reißt nicht ab

Hintergrund ist die anhaltende Kritik an Spahn, der gemeinsam mit seinem Ehemann durch eine Leihmutter in den USA Vater geworden ist. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, zudem hatte sich die CDU erst im Februar erneut gegen eine Legalisierung ausgesprochen. Kritiker werfen Spahn deshalb vor, gegen die eigenen politischen Grundsätze gehandelt zu haben. Nach Informationen der „Bild“ wächst der Unmut inzwischen auch an der Parteibasis. Aus dem Umfeld der Parteiführung heißt es demnach: „Es gibt reihenweise Parteiaustritte, Wahlkampfhelfer in den Kommunalwahlkämpfen schmeißen hin.“ Der Rücktritt Spahns müsse auf jeden Fall noch vor dem großen ZDF-Sommerinterview von Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntag über die Bühne gehen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Darstellung liegt bislang nicht vor.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Mehrere CDU-Politiker fordern Rücktritt

Bereits zuvor hatten mehrere CDU-Politiker Spahns Rücktritt gefordert, darunter der CDU-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters. Am Samstag schloss sich zudem der CDU-Stadtverband Brilon im Wahlkreis von Bundeskanzler Merz mit einem offenen Brief dieser Forderung an. Ob Spahn Konsequenzen zieht oder die Parteispitze an ihm festhält, ist bislang offen. Spahn hatte sich zuletzt selbst zur Debatte geäußert und erklärt, er wolle die politische Auseinandersetzung nicht scheuen. Gegenüber der „Bild“ sagte er: „Ich stelle mich der Debatte.“ Zugleich räumte er ein, er hätte seine persönliche Entscheidung früher öffentlich erklären sollen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration