Thorsten Frei soll neuer Unionsfraktionschef werden
Frei als Spahn-Nachfolger nominiert

Die Parteichefs von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, haben Kanzleramtsminister Thorsten Frei als neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde in einer Videokonferenz mit dem Fraktionsvorstand unterbreitet und anschließend den Fraktionsmitgliedern vorgelegt, wie beide Parteien mitteilten. Frei soll die Nachfolge von Jens Spahn antreten, der am Wochenende nach parteiinternem Druck zurückgetreten war.

Hintergrund des Rücktritts

Spahn war zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er und sein Mann Daniel Funke mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren. Dies wurde kritisiert, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und Spahns Partei sich klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Spahn selbst hatte sich in der Vergangenheit ebenfalls dagegen positioniert. In seinem Rücktrittsschreiben an die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU erklärte der 46-Jährige, der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung und der Erwartung an ihn als Fraktionschef sei größer geworden als erwartet.

Frei kehrt in vertraute Rolle zurück

Mit Frei kehrt ein erfahrener Parlamentarier an die Fraktionsspitze zurück. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz. Nach der Bundestagswahl 2025 war Frei bereits für den Fraktionsvorsitz im Gespräch, doch Merz holte seinen engen Vertrauten ins Kanzleramt. Dort hatte Frei jedoch einen schweren Stand. Ihm wurde vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen die Fraktionsspitzen diese Aufgabe selbst. Viele in der Union meinen, die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei.

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Nächste Schritte

Offiziell ins Amt kommt der Nachfolger erst durch eine Wahl in der Fraktion, die für kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll. Dem Vernehmen nach soll dann auch in der kommenden Woche die Nachfolge von Frei im Kanzleramt verkündet werden. Unklar ist bisher, ob es neben der Nachbesetzung im Kanzleramt zu weiteren Änderungen im Kabinett kommt. Bis zur offiziellen Neuwahl führt Spahns bisheriger Stellvertreter, der CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann, die Amtsgeschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.

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