Laura Strohschneider (29), Landesvorsitzende der Jungen Union (JU) Brandenburg, hat ihren Austritt aus der CDU erklärt und alle ihre Ämter niedergelegt. In einer Stellungnahme an die Mitglieder rechnet die Juristin schonungslos mit dem Kurs der Partei und der Bundesregierung ab.
Schwere Vorwürfe an die Parteiführung
„Dass unserem Spitzenpersonal die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, ist für mich ein Symptom eines tieferliegenden Problems“, schreibt Strohschneider. Sie kritisiert insbesondere die Aufweichung der Schuldenbremse und das Ausbleiben einer großen Steuerreform. „Die inhaltliche Richtung, die diese Bundesregierung fährt, ist meines Erachtens nicht die, für die wir Wahlkampf gemacht und für die uns die Wähler ihre Stimme geschenkt haben.“ Damit attackiert sie direkt CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz.
Angst vor dem Koalitionspartner SPD
Strohschneider wirft der CDU vor, sich aus Angst um den Koalitionspartner SPD ausbremsen zu lassen. Notwendige Reformen würden nicht konsequent umgesetzt. Ihr Fazit fällt vernichtend aus: „Ich glaube nach allem leider nicht mehr daran, dass die CDU die Partei ist, die Deutschland wieder nach vorne bringen kann.“
Lange Parteimitgliedschaft und Führungsämter
Strohschneider war seit 2016 Mitglied der CDU, also neun Jahre lang. Von 2019 bis 2021 leitete sie die JU Jena als Kreisvorsitzende, bevor sie 2023 zur Landesvorsitzenden der JU Brandenburg gewählt wurde. Beruflich führt sie seit 2019 als Geschäftsführerin ein mittelständisches Unternehmen im Bereich Vermietung und Hausverwaltung. Mit ihrem Austritt verliert die CDU eine der wenigen jungen Führungskräfte in Brandenburg.



