Spahn-Rücktritt: Ein Neuanfang für die CDU
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef der CDU im Bundestag steht die Partei vor einem personellen Neubeginn. Spahn war über seine Entscheidung gestürzt, ein Kind mit Hilfe einer teuer bezahlten amerikanischen Leihmutter zu bekommen – ein politisch selbstmörderischer Schritt, wie es in einem Kommentar der FUNKE Mediengruppe heißt.
Merz' Fehler: Die falschen Leute auf den falschen Positionen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe zwar Manager, Hausmeister und Animateure in seinem Team, aber sie spielten auf der falschen Position, scheiterten an ihrem Chef oder machten schlicht katastrophale Fehler, schreibt Julia Emmrich, stellvertretende Ressortleiterin Politik/Wirtschaft der FUNKE Zentralredaktion. So habe sich auch Thorsten Frei, Kanzleramtschef, erst lange in seine Rolle einfinden müssen und kassiere täglich die Giftpfeile, die eigentlich Merz galten. Viele hielten ihn bis heute für eine Fehlbesetzung. Generalsekretär Carsten Linnemann wiederum habe trotz seines fast verzweifelten Optimismus nicht verhindern können, dass die CDU in den Umfragen dramatisch abrutschte.
Die Lehren aus der Causa Spahn
Wenn Merz aus der Causa Spahn die richtigen Schlüsse ziehen wolle, müsse er jetzt zwei Dinge tun, so Emmrich. Erstens: kluge Personalentscheidungen treffen. Zweitens: Merz müsse sich endlich eine Geste angewöhnen, die zu Beginn jeder Problemanalyse stehen sollte – er müsse sich an die eigene Nase fassen. Wer als Kanzler erfolgreich regieren wolle, müsse vor allem dafür sorgen, dass die Manager, Hausmeister und Animateure nicht ständig die Scherben des Porzellans aufsammeln müssten, das der Chef persönlich zerschlage.
Hintergründe: Spahns Aufstieg und Fall
Jens Spahn hatte sich erst in seine Rolle als Fraktionschef einfinden müssen. Kaum war er dort angekommen, stürzte er über die Leihmutter-Affäre. Der Kommentar macht deutlich, dass Merz aus diesem Debakel lernen und seine eigene Rolle kritisch hinterfragen müsse, um die CDU wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen.



