Rücktritt von Jens Spahn: Brief im Wortlaut – Familie war ausschlaggebend
Rücktritt von Jens Spahn: Brief im Wortlaut

Jens Spahn ist am Samstagmittag von seinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten. Der Schritt erfolgte mit einem Schreiben an die Mitglieder der Unionsfraktion, das dem SPIEGEL vorliegt. Spahn begründet seinen Rücktritt mit der Unvereinbarkeit seines privaten Glücks – der Gründung einer Familie durch Leihmutterschaft – mit den Erwartungen an sein politisches Amt.

Spahn: „Meine Familie ist mir das Wichtigste“

In dem Brief schreibt Spahn: „Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt.“ Er habe den Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung und der nachvollziehbaren Erwartung an ihn als Vorsitzenden unterschätzt. Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht. Er appelliert an seine Kollegen: „Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben.“

Dank an Merz, Söder und Fraktionsvorstand

Spahn dankte den Parteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) für das in ihn gesetzte Vertrauen. Besonderen Dank richtete er an Alexander Hoffmann und den gesamten Fraktionsvorstand für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie an Matthias Miersch für die gute und enge Zusammenarbeit, die ein Stabilitätsanker für die Koalition gewesen sei. Der Rücktritt erfolgte nach nur 14 Monaten im Amt. Spahn war im Mai 2025 zum Fraktionschef gewählt worden.

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Reaktionen auf den Rücktritt

Aus der Union hieß es, man respektiere Spahns Entscheidung. Mehrere Abgeordnete äußerten sich betroffen. Die Opposition zeigte sich überrascht. Der Rücktritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Koalition ohnehin unter Druck steht. Die Diskussion um Spahns private Lebensentscheidung hatte in den vergangenen Tagen an Intensität zugenommen. Spahn selbst betont in seinem Schreiben, dass ihm die Familie das Wichtigste sei. Er wünscht seinen Kollegen alles Gute und schließt mit den Worten: „Euer Jens Spahn“.

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