In der Unionsführung laufen die Drähte heiß. Nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) als Fraktionschef wird intensiv über seine Nachfolge spekuliert. Nach BILD-Informationen werden mehrere Szenarien diskutiert. Ein Kandidat gilt als Favorit, übernimmt den Posten aber wohl nur aus Pflichtbewusstsein.
Die aussichtsreichsten Kandidaten
Zu den Top-Kandidaten zählen unter anderem der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Alexander Dobrindt (CSU) sowie der Parlamentarische Geschäftsführer Thorsten Frei (CDU). Auch der ehemalige Bundesgesundheitsminister und aktuelle Außenpolitiker Johann David Wadephul (CDU) wird genannt. Laut BILD-Quellen hat derzeit ein Kandidat die Nase vorn, der bisher nicht öffentlich genannt wurde. Es wird erwartet, dass die Entscheidung noch in dieser Woche fällt.
Ein Kandidat aus Pflichtgefühl
Besonders brisant: Der vermeintliche Spitzenkandidat soll den Job nur aus Pflichtbewusstsein annehmen, falls es keinen anderen Ausweg gibt. „Es gibt Personen, die die Aufgabe nicht aktiv anstreben, aber im Fall der Fälle bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, zitiert BILD einen ungenannten Fraktionsinsider. Spahn selbst hatte seinen Rücktritt am Freitag überraschend erklärt und damit für politisches Beben gesorgt. Offiziell nannte er persönliche Gründe, in der Fraktion wird jedoch über interne Spannungen spekuliert.
Weitere Personalien im Fokus
Neben dem Fraktionsvorsitz müssen auch die stellvertretenden Vorsitzenden neu bestimmt werden. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat bereits angekündigt, die Personalien zügig zu klären. Die Neuwahl des Fraktionsvorstands ist für die kommende Sitzungswoche geplant. Beobachter rechnen mit einer Kampfkandidatur, da mehrere Flügel ihre Positionen stärken wollen.



