Olympiasieger Harting trotz Dienstunfähigkeit für Linke im Wahlkampf
Olympiasieger Harting trotz Dienstunfähigkeit im Wahlkampf

Der Olympiasieger im Diskuswerfen, Christoph Harting, plant, bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September für die Partei Die Linke zu kandidieren. Der 36-jährige Bundespolizist ist offiziell als dienstunfähig eingestuft, was jedoch seinem politischen Engagement nicht im Wege steht. Er tritt im Lichtenberger Wahlkreis 1 an, um einen Sitz im Landesparlament zu erringen. Dies berichtete zuerst die „Bild“-Zeitung.

Goldmedaille 2016 in Rio

Harting gewann 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille im Diskuswurf. Seit einiger Zeit engagiert er sich auch politisch in Berlin. „Meine komplexe Tätigkeit als Bundespolizist muss ich derzeit ruhen lassen“, erklärte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Aber ich möchte trotzdem etwas Gutes tun und mich für gute und richtige Dinge einsetzen – auch wenn ich das in meinem eigentlichen Berufsfeld aktuell nicht kann.“ Hintergrund seiner Dienstunfähigkeit sei eine psychische Erkrankung.

Offener Umgang mit psychischer Erkrankung

Bereits im Juli 2023 hatte Harting in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ offen über seine psychischen Probleme gesprochen. Laut einer Sprecherin der Berliner Linken ist er seit Mitte 2024 bis auf Weiteres dienstunfähig. „Mit diesem Umstand geht Herr Harting offen um, was unseren größten Respekt verdient. Auch innerhalb der Linken ist dieser Sachverhalt von Anfang an bekannt“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. Dem Wahlkampf stehe dies nicht entgegen. Ein ehrenamtliches Engagement sei weder nach Umfang noch nach Intensität mit einer aktiven Tätigkeit im Polizeivollzugsdienst vergleichbar.

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Vergleich mit früherem Fall einer SPD-Politikerin

Im April hatte in Berlin der Fall einer SPD-Politikerin für Schlagzeilen gesorgt, die trotz langfristiger Krankschreibung Wahlkampf betrieben hatte. Sie war in der Finanzverwaltung beschäftigt. Nach öffentlichem und innerparteilichem Druck verzichtete sie auf ihre Kandidatur als Bezirksbürgermeisterin und für einen Sitz in der Bezirksverordnetenversammlung. Die Spitze des SPD-Kreisverbands Berlin-Mitte hatte der Politikerin vorgeworfen, nicht transparent mit dem Thema umgegangen zu sein.

Harting hingegen betont seine Motivation, sich trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen für die Gesellschaft einzusetzen. Die Linke sieht in seiner Kandidatur kein Problem, da es sich um ein ehrenamtliches Mandat handelt. Der Wahlkampf wird voraussichtlich im September stattfinden.

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