Greenpeace klebt Tempo-100-Schilder auf Autobahnen
Greenpeace bringt Tempo-100-Aufkleber an Autobahnen an

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am frühen Morgen an mehreren Autobahn-Grenzübergängen in Deutschland Tempo-100-Aufkleber angebracht, um ihrer Forderung nach einem generellen Tempolimit auf Autobahnen Nachdruck zu verleihen. An der Autobahn 4 bei Aachen kletterten Aktivistinnen zu einem Schild, das zuvor die empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zeigte, und überklebten die Zahl mit einer 100. Nach Angaben von Greenpeace geschah dies auch an den anderen 25 Autobahn-Grenzübergängen.

Greenpeace fordert Tempo 100 als Antwort auf Treibstoffkrise

Aus Sicht der Umweltschutzorganisation ist ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen überfällig. „Die Bundesregierung blockiert eine kostenlose, supereffektive Maßnahme, um Sprit zu sparen, das Klima zu schützen und die Straßen sicherer zu machen“, sagte Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer. „Daher haben Aktivistinnen das selbst in die Hand genommen und Tempo 100 eingeführt.“ Die Aktion sei ein Signal, um unabhängiger vom Öl zu werden. „Wer in der fossilen Krise auf Scheinlösungen wie den Tankrabatt setzt, vertagt die Bewältigung des Problems statt es anzugehen.“

Reaktionen der Autofahrer und rechtliche Folgen

Als die Aktivistinnen den Aufkleber am Aachener Grenzübergang Ventschau anbrachten, lief der in den Morgenstunden nicht allzu dichte Verkehr normal weiter. Ein dpa-Reporter berichtete, dass keine Reaktionen von Autofahrern erkennbar waren. Autofahrer, die aus den Niederlanden kamen, sahen auf dem großen Schild mit den generellen Tempolimits in Deutschland eine Veränderung: Die ersten zwei Spalten mit Tempo 50 innerorts und Tempo 100 außerorts waren unverändert, doch in der dritten Spalte prangte nun nicht mehr die blaue unverbindliche Empfehlung von 130 km/h, sondern die Zahl 100, die verbindlich wirkte. Allerdings war die Zahl größer und unten stand der Schriftzug „Greenpeace“, sodass die Aktion erkennbar war. Möglicherweise haben hastig vorbeifahrende Autofahrer dies nicht bemerkt und kurzzeitig angenommen, sie dürften nicht schneller als 100 km/h fahren.

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Ein Sprecher der Bundespolizei Aachen erklärte, man werde die Verkehrswacht mit der Entfernung des Aufklebers beauftragen. Grundsätzlich sei das Überkleben von Verkehrsschildern eine Sachbeschädigung, für deren Ahndung jedoch die Landespolizei zuständig sei.

Hintergrund: Kein generelles Tempolimit in Deutschland

Auf deutschen Autobahnen gilt kein generelles Tempolimit, auf großen Teilen der Strecken gelten jedoch unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten. Die Grünen hatten zuletzt einen Vorstoß für ein Tempolimit von 130 km/h gemacht. Greenpeace sieht in der aktuellen Aktion einen Beitrag zur Klimaschutz-Debatte und zur Senkung des Treibstoffverbrauchs.

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