Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern hat eine umfassende Klimaanpassungsstrategie vorgelegt. Das 131 Seiten starke Papier listet 20 Handlungsfelder auf, um die Folgen der Erderwärmung für die Menschen im Nordosten abzumildern. Laut Ministerium steigt die Temperatur in MV schneller als im weltweiten Durchschnitt: Seit 1881 habe die mittlere Temperatur bereits um 2,5 Grad zugenommen.
Küstenschutz, Trinkwasser und Stadtgrün im Fokus
Die Maßnahmen reichen vom beschleunigten Ausbau der Küstenschutzanlagen über die Sicherung der Trinkwasserressourcen bis hin zu mehr Stadtgrün und dem Schutz historischer Parkanlagen vor Erosion und Wassermangel. Umweltminister Till Backhaus (SPD) betonte, dass all dies viel Geld koste. Deshalb sei eines der 20 Handlungsfelder die Finanzwirtschaft. Künftig sollen die Kosten für die Klimaanpassung in der Haushaltsplanung des Landes berücksichtigt werden.
„Bei der Klimaanpassung geht es nicht um die Verhinderung einer weiteren Erwärmung, sondern um den Umgang mit deren Folgen“, erklärte Backhaus. Diese Folgen seien bereits spürbar. So habe das Hagel-Unwetter im Juli in Südwestmecklenburg in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 29 Millionen Euro angerichtet. In diesem Jahr seien zudem bereits 542 Hektar Wald in MV verbrannt. „Und wir erwarten eine neue Hitzewelle in den nächsten Tagen“, warnte der Minister. Er appellierte an die Landwirte, bei der Ernte besonders vorsichtig zu sein, um Brände zu verhüten.
Digitale Wasserampel und neue Pflanzensorten
Zahlreiche Maßnahmen werden laut Backhaus bereits vorbereitet. So werde eine digitale Wasserampel für Trockenzeiten entwickelt. Sie solle anzeigen, wo die Trinkwasserversorgung eng wird. In der Landwirtschaft werde an neuen Sorten geforscht, die besser mit Trockenheit umgehen können. Backhaus nannte als Beispiel Weizen mit Grannen, die Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen könnten.
Laut der Klimaanpassungsstrategie wird sich der Gesamtniederschlag in Mecklenburg-Vorpommern zwar kaum verändern. Doch die Verteilung verschiebe sich: Die Winter würden nasser, Frühjahr und Sommer hingegen trockener. Gleichzeitig nehme die Wahrscheinlichkeit von Starkniederschlägen zu.



