Eichenprachtkäfer breitet sich in Thüringen massiv aus – 51.000 Festmeter Schadholz
Eichenprachtkäfer in Thüringen: 51.000 Festmeter Schadholz

Die Wälder in Thüringen leiden derzeit unter einer massenhaften Ausbreitung des schädlichen Zweipunktigen Eichenprachtkäfers. Der Forstschädling hinterlässt vor allem in den Eichen- und Eichenmischbeständen in Südthüringen Spuren, wie aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Maik Kowalleck hervorgeht. Neben dem Forstamt Heldburg ist auch der Norden Thüringens betroffen – allerdings in einem weit geringeren Ausmaß.

Massenvermehrung seit 2018

Seit 2018 komme es in Thüringen zu einer anhaltenden Massenvermehrung des Eichenprachtkäfers, hieß es von der Landesforstanstalt. Diese ist vor allem auf den zunehmenden Trockenstress der Eichen infolge wiederkehrender Dürre- und Hitzeperioden sowie die dadurch geschwächte Abwehrkraft der Bestände zurückzuführen und hält sich seit 2024 auf einem stabil hohen Niveau. Warmes Wetter beschleunigt die Entwicklung der Larven.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres fielen dem Ministerium zufolge bereits mehr als 9000 Festmeter Schadholz an. Die gesamte Schadholzmenge beläuft sich seit Beginn der massenhaften Ausbreitung des Zweipunktigen Eichenprachtkäfers demnach inzwischen auf rund 51.000 Festmeter im Freistaat. Zum Vergleich: Von 2010 bis 2018 wurden jährlich nur rund 250 Festmeter Schadholz verzeichnet.

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Auch andere Bundesländer betroffen

Der wachsende Befall mit Eichenprachtkäfern sei auch in anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern zu beobachten, erklärte der Sprecher von Thüringenforst, Horst Sproßmann nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. In der Regel werden die befallenen Eichen eingeschlagen, um eine weitere Verbreitung des Schädlings einzudämmen. „Es gibt kein zugelassenes Insektizid“, so Sproßmann.

Die Eiche ist derzeit nach der Buche die zweithäufigste Laubbaumart im Freistaat. Fast acht Prozent aller in Thüringen vorkommenden Bäume sind Eichen.

Schadmechanismus und weitere Schädlinge

Die Weibchen der Zweipunkt-Eichenprachtkäfer legen ihre Eier in den Rindenritzen der Eiche. Dort schlüpfen Larven, die sich in den Bast unter der Rinde bohren und ihren Fraß beginnen. Dabei werden die Nährstoffbahnen der Eiche, die von der Wurzel in den Kronenraum reichen, zerstört. Die Eiche stirbt bei starkem Befall deshalb relativ schnell ab. Zu den weiteren Schadinsekten an Eichen zählen unter anderem der Eichenprozessionsspinner, der Schwammspinner und der Grüne Eichenwickler.

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