Urlaubspläne der NRW-Regierung: Pilze statt Promi-Strände
NRW-Minister: Urlaub mit Bodenhaftung

Die Ferienzeit in Nordrhein-Westfalen offenbart eine bemerkenswerte Bodenhaftung der Landesregierung. Eine Abfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt: Ministerpräsident Hendrik Wüst und sein Kabinett verzichten auf luxuriöse Fernreisen und setzen stattdessen auf naturnahe Aktivitäten in Deutschland oder dem europäischen Umland. Von Vogelkunde in Schweden bis Punkrock an der Ostsee – die Urlaubspläne der Spitzenpolitiker sind erstaunlich bodenständig.

Radfahren und Joggen statt Sonnenliege

Mehrere Kabinettsmitglieder nutzen die freien Tage für sportliche Betätigung. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne), Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) berichten von geplanten Radtouren. Schäffer reist mit ihrer Familie an die deutsche Ostseeküste und freut sich dort auf Joggingstrecken „mit einer leichten Brise Ostseewind um die Nase und den Toten Hosen auf den Ohren“. Die Düsseldorfer Band scheint ohnehin beliebt im Kabinett: Erst kürzlich postete Regierungschef Wüst ein Foto von sich bei einem Konzert der Band.

Spezielle Hobbys: Von Prachttauchern bis Hobby-Landwirtschaft

Karl-Josef Laumann verbringt seinen Urlaub „überwiegend zu Hause“ und widmet sich seiner „Hobby-Landwirtschaft“. „Da ist immer was zu tun“, erklärt er. Oliver Krischer hingegen reist mit seiner Frau und Freunden nach Småland in Schweden, wo ein Sommerhaus von Bekannten steht. „Das ist Ruhe und Idylle pur mit vielen Champignons und Heidelbeeren zum Selbersammeln im Wald hinter dem Haus“, so sein Ministerium. Als Hobby-Ornithologe möchte er vor Ort die Vogelwelt erkunden: „Ich sehe sofort nach, ob die Fischadler erfolgreich gebrütet haben und die Prachttaucher auch dieses Jahr wieder auf dem See sind.“ Zudem suche er nach Haselhuhn, Raubseeschwalbe und Sperlingskauz.

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Frankreich und Bayern: Tradition und Kirchen

Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) brach seinen Frankreich-Urlaub wegen eines geplanten Aufstands in der JVA Siegburg ab. Zuvor hatte er die Bretagne und Normandie als Reiseziele genannt: „Als großer Liebhaber von Kirchen haben die beiden Regionen für mich viel zu bieten.“ Medienminister Nathanael Liminski (CDU) reist ebenfalls in die Bretagne – eine Familientradition seit seiner Kindheit. Er freut sich, diese mit seiner Frau und vier Kindern fortzusetzen.

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) plant eine Sommertour in Bayern: „Berge, Brezn, Seen, Familie – dort bin ich groß geworden, und das lässt einen nie ganz los.“ Anschließend geht es noch „ein bisschen nach Italien“. Damit ist sie die Einzige, die das europäische Festland südlich der Alpen ansteuert.

Keine Auskunft aus Sicherheitsgründen

Einige Minister halten ihre Urlaubspläne geheim. Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) beruft sich auf die Vertraulichkeit seines Terminkalenders. Innenminister Herbert Reul (CDU) nennt Sicherheitsgründe. Auch aus der Staatskanzlei von Hendrik Wüst heißt es: „Wir bitten um Verständnis, dass wir grundsätzlich keine Auskunft zu möglichen Urlaubsreisen des Ministerpräsidenten geben.“ Dennoch zeigen sich Reul und Wüst in sozialen Medien aktiv – vergangenen Sommer tauchte Reul auf Instagram in einem italienischen Ort auf.

Die Urlaubsanalyse des Kabinetts sendet eine klare Botschaft: In Zeiten von Krisen und knappen Kassen setzt die NRW-Landesregierung auf Bescheidenheit und Volksnähe. Fernreisen oder luxuriöse Kreuzfahrten? Fehlanzeige. Stattdessen dominieren Radwege, Pilze und heimische Küsten.

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