Unbekannte Täter haben eine blühfähige Knolle der seltenen Titanwurz aus dem Alten Botanischen Garten der Universität Göttingen gestohlen. Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, ereignete sich der Diebstahl zwischen dem 14. und 17. Juni im Cycadeenhaus des Gartens. Die Knolle war bereits so weit entwickelt, dass sie in den kommenden Jahren hätte blühen können – ein Ereignis, auf das Pflanzenfreunde sehnsüchtig gewartet hatten.
Spektakuläre Blüte nur alle paar Jahre
Die Titanwurz (Amorphophallus titanum) zählt zu den größten und spektakulärsten Blumen der Welt. Ihre Blüte öffnet sich äußerst selten, meist nur alle zwei bis drei Jahre, und dann auch nur für wenige Tage. In dieser Zeit verströmt die aus Indonesien stammende Pflanze einen intensiven Geruch nach verwesendem Fleisch, um in ihrer Heimat Insekten zur Bestäubung anzulocken. Die Pflanze kann eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen.
Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf mehrere Hundert Euro und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen, die im Tatzeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich zu melden.
Bereits zweiter Fall innerhalb weniger Monate
Es ist nicht der erste rätselhafte Diebstahl einer Titanwurz in Deutschland. Bereits im Oktober 2025 verschwand im Botanischen Garten Rombergpark in Dortmund die Titanwurz „David“. Unbekannte gruben die 20 bis 30 Kilogramm schwere Knolle aus ihrem Kübel aus. Bis heute fehlt von der berühmten Stinkpflanze jede Spur.
Die Vorfälle werfen Fragen auf: Handelt es sich um gezielte Diebstähle von Sammlern oder um einen schlechten Scherz? Die Polizei ermittelt in beide Richtungen. Der Botanische Garten in Göttingen hat mittlerweile Sicherheitsmaßnahmen verschärft, um weitere Diebstähle zu verhindern.
Die Titanwurz ist nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit und Größe bekannt, sondern auch wegen ihres unverwechselbaren Geruchs. In botanischen Gärten weltweit ziehen blühende Exemplare tausende Besucher an. Der Verlust der Knolle in Göttingen ist daher nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein ideeller Schaden für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit.



