Weniger Abschiebungen aus MV im ersten Halbjahr 2026
Abschiebungen aus MV sinken im ersten Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 hat Mecklenburg-Vorpommern deutlich weniger Abschiebungen veranlasst als im Vorjahreszeitraum. Genau 79 Menschen wurden auf Betreiben des Landes außer Landes gebracht. Das Bundesinnenministerium hatte zuvor im ersten Halbjahr 2025 noch 152 Abschiebungen aus dem Nordosten registriert. Die aktuellen Zahlen stammen aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Abschiebezahlen sacken ab

Mit 79 Abschiebungen liegt der Wert im ersten Halbjahr 2026 um fast die Hälfte unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025. Diese Entwicklung reiht sich in die Jahresstatistiken ein: Nach vorläufigen Angaben des Schweriner Innenministeriums vom Jahresbeginn wurden 2025 insgesamt etwas mehr als 300 Menschen auf Veranlassung des Landes abgeschoben. Ein Jahr zuvor waren es noch 390.

Der Trend ist nicht auf Mecklenburg-Vorpommern beschränkt. Bundesweit wurden laut Bundesinnenministerium in der ersten Jahreshälfte 2026 genau 9.663 Abschiebungen vollzogen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es mehr als 11.800. Allerdings liegt die Zahl noch leicht über dem ersten Halbjahr 2024, als knapp 9.500 Menschen abgeschoben wurden.

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AfD: „Migrationspolitik ist ein Desaster“

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern reagiert mit scharfer Kritik auf die Entwicklung. Leif-Erik Holm, Co-Landeschef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im September, sagte: „Die ganze Migrationspolitik ist ein Desaster, im Bund wie im Land.“ Die immer wieder angekündigten Abschiebeoffensiven seien „reine Rohrkrepierer“, und die Sicherheitslage verschärfe sich weiter.

Holm fordert ein Umdenken in der Migrationspolitik. Er bemängelt, dass sich die Abschiebungen aus Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Halbjahren fast halbiert hätten. „Hier braucht es endlich Lösungen auf Landesebene, damit die Kurve der Abschiebungen endlich nach oben zeigt.“

AfD plant eigene Landespolizei-Einheiten

Ein zentraler Grund für gescheiterte Abschiebungen ist aus Sicht der AfD das Untertauchen von Ausreisepflichtigen. Die Partei will deshalb in Mecklenburg-Vorpommern eine Landesausreiseeinrichtung errichten. Für Migranten, die straffällig geworden sind, soll es zusätzlich eine eigene Abschiebehafteinrichtung geben. Weiterhin sieht das AfD-Wahlprogramm eine „eigene Grenz- und Rückführungspolizei innerhalb der Landespolizei“ vor.

Die Partei argumentiert, dass mit diesen Instrumenten Abschiebungen deutlich konsequenter durchgesetzt werden könnten. Insbesondere bei straffälligen Migranten sei eine gesicherte Unterbringung bis zur Abschiebung notwendig, um eine Gefahr für die Allgemeinheit auszuschließen.

Asylerstanträge in MV stark rückläufig

Auch bei den Asylanträgen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen deutlichen Rückgang. Laut Schweriner Innenministerium sind von Januar bis Juni 2026 insgesamt 809 Asylerstanträge im Land gestellt worden. Das entspricht einem Rückgang um rund 35 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025, als 1.260 Erstanträge eingingen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 (2.464) ist der Wert sogar noch deutlicher gesunken.

In dieser Statistik sind Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nicht enthalten, da sie keinen regulären Asylantrag stellen müssen. Das Innenministerium nennt mehrere Gründe für den Rückgang: die veränderte Situation in Herkunftsländern wie Syrien und Afghanistan sowie verschärfte Grenzkontrollen und Zurückweisungen an den Grenzen.

Bundesweit zeigt sich ein ähnlicher Trend, auch wenn das Innenministerium keine aktuellen Gesamtzahlen für Asylerstanträge nannte. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September dürfte die migrationspolitischen Debatten weiter anheizen.

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