Deutschland und Dänemark werden vorerst an den Kontrollen an der gemeinsamen Grenze festhalten. Das erklärten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und sein dänischer Amtskollege Morten Bodskov nach einem Treffen in Berlin. Beide Politiker betonten die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Eindämmung irregulärer Migration.
Erfolgreiche Grenzkontrollen
„Bei uns sind die Grenzkontrollen ein wichtiger Beitrag, um die illegale Migration zurückzudrängen“, sagte Dobrindt. Der Erfolg dieser vorübergehenden Binnengrenzkontrollen habe sich in den vergangenen Monaten gezeigt. Die Grenze zu Dänemark spiele zwar nur eine kleinere Rolle, dennoch sei die Bundespolizei auch dort erfolgreich gegen Schleuser vorgegangen. Die Polizeikräfte beider Länder arbeiteten eng zusammen. Bodskov ergänzte, dass man auf dänischer Seite ebenfalls noch die Notwendigkeit für Kontrollen an dieser Grenze sehe.
Zeitlicher Hintergrund
Deutschland hatte stationäre Kontrollen an der Grenze zu Dänemark am 16. September 2024 eingeführt und seither mehrfach verlängert. Dänemark begann bereits am 12. Mai 2024 mit festen Kontrollen an der Grenze zu Deutschland. Seit Mai 2025 wurden laut dpa 50.000 unerlaubte Einreisen festgestellt.
Pläne für Return Hubs
Dobrindt und Bodskov betonten ihre gute Zusammenarbeit in der Migrationspolitik auf europäischer Ebene, insbesondere mit Blick auf die sogenannten Return Hubs. Dabei handelt es sich um Abschiebezentren außerhalb der Europäischen Union, in die irreguläre Migranten gebracht werden sollen, die in Europa keinen Schutzstatus erhalten haben, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können.
Dobrindt sagte, auch Griechenland, die Niederlande und Österreich seien an dieser Maßnahme interessiert. Der Bundesinnenminister und sein Gast zeigten sich zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr eine Vereinbarung mit einem Staat getroffen werden könne, der bereit sei, auf seinem Staatsgebiet einen Return Hub einzurichten. Im kommenden Jahr könne dann ein Pilotprojekt starten. Ein konkretes Land nannten die Minister jedoch nicht.



