Frühstartrente: Zehn Euro monatlich vom Staat für jedes Kind ab sechs Jahren
Frühstartrente: Zehn Euro monatlich pro Kind

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat den Gesetzentwurf für die sogenannte Frühstartrente in die Ressortabstimmung gegeben. Ab dem 1. Januar 2026 sollen alle Kinder ab sechs Jahren monatlich zehn Euro vom Staat in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten. Das geht aus dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf hervor.

Förderung ab dem sechsten Lebensjahr

Die Zahlungen fließen vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr. Das angesparte Kapital kann frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden. Zusätzlich sind eigene Zuzahlungen von bis zu 6.840 Euro pro Jahr möglich. Ziel sei mehr Chancengleichheit, betonte Klingbeil gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine frühe Altersvorsorge hänge oft vom Einkommen der Eltern ab – diese Ungleichheit solle durchbrochen werden.

Funktionsweise des Depots

Das Depot können Eltern bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnen oder über eine öffentliche Kapitalanlage nutzen. Die Erträge bleiben bis zum Auszahlungsbeginn steuerfrei. Starten soll die Frühstartrente rückwirkend zum 1. Januar 2026 für den Geburtsjahrgang 2020. Ab 2027 kommt jährlich der nächste Jahrgang der Sechsjährigen hinzu. Auch für ältere Kinder unter 18 Jahren können Verträge abgeschlossen werden, allerdings ohne staatliche Zuschüsse. Ein Antrag ist nicht nötig.

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Kosten und Finanzkompetenz

Die Bundesausgaben für die Frühstartrente belaufen sich zunächst auf 198 Millionen Euro jährlich und sollen bis 2030 auf 411 Millionen Euro steigen. Der Gesetzentwurf sieht zudem eine Stärkung der Finanzkompetenz vor: Die Wertentwicklung soll für junge Menschen in ihren Depots unmittelbar erlebbar werden. Eltern und Kinder könnten nachvollziehen, wie sich Vermögen entwickelt und welche Rolle Kapitalmarktmechanismen spielen. Anbieter und öffentliche Stellen sollen regelmäßig transparent informieren, um Anreize für eine Fortführung der privaten Vorsorge im Erwachsenenalter zu schaffen.

Mögliche Depotwerte mit Zuzahlungen

Das Finanzministerium rechnet mit erheblichen Ertragschancen. Zahlen Eltern monatlich zehn Euro dazu, steigt der Depotwert bis zum 18. Lebensjahr auf rund 4.400 Euro; mit 65 Jahren liegt er bei etwa 107.000 Euro. Bei monatlichen Zuzahlungen von 50 Euro sind es mit 18 rund 22.000 Euro und mit 65 etwa 320.000 Euro. Ohne Zuzahlungen beträgt der Depotwert mit 18 rund 2.200 Euro und mit 65 Jahren etwa 53.000 Euro.

Hintergrund: Reform der privaten Altersvorsorge

Die Frühstartrente ist Teil einer größeren Reform der privaten Altersvorsorge. Die schwarz-rote Koalition plant einen Nachfolger für die wenig beliebte Riester-Rente, die unter Null-Risiko-Strategie und hohen Kosten leidet. Eingeführt werden soll ein Altersvorsorgedepot, das höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht und je nach Einzahlungshöhe staatlich gefördert wird. Von der Frühstartrente soll es einen nahtlosen Übergang in diese steuerlich geförderte private Altersvorsorge ab Volljährigkeit geben.

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