Meckel & Matthes: Merz in der Kritik und KI-China-Schock
Meckel & Matthes: Merz-Kritik und KI-Wettlauf

Bundeskanzler Friedrich Merz steht erneut in der Kritik. In der neuesten Ausgabe des Podcasts „Handelsblatt Meckel & Matthes“ nimmt die Publizistin und Professorin Miriam Meckel den Kanzler in die Mangel. Ihr Vorwurf: Merz folge in seiner Führungsrolle zu oft dem „Prinzip Hoffnung“.

Doch damit nicht genug: Die Sendung wirft auch einen Blick auf das weltweite Ringen um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz. Auslöser sind Berichte über chinesische Fortschritte bei Lithografieanlagen, die für die Halbleiterproduktion unverzichtbar sind. An den Börsen führte das zu einem heftigen Abverkauf von Chip-Aktien – in den USA ebenso wie in Asien. Der Tech-Sektor insgesamt gerät unter Druck.

Sebastian Matthes, Chefredakteur des Handelsblatts, wagt im Podcast eine kühne Prognose: „50:50, dass die Chinesen das KI-Spiel in den nächsten Jahren gewinnen“, sagt er.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Merz-Kritik: „Prinzip Hoffnung“ als Führungsmangel

Der Umbau des Kabinetts hat für Unruhe gesorgt. Miriam Meckel, die als Publizistin und Professorin regelmäßig politische Prozesse analysiert, sieht darin ein Symptom für ein grundlegenderes Problem. Merz folge in seiner Führungsrolle zu oft dem „Prinzip Hoffnung“ – ein Begriff, den sie in der Sendung näher ausführt. Es handle sich um eine Strategie des Hoffens auf glückliche Umstände, anstatt durch entschlossenes Handeln Fakten zu schaffen. Für den Kanzler sei das besonders heikel, weil er in der Öffentlichkeit ohnehin immer wieder als zögerlich wahrgenommen werde.

Die fehlende öffentliche Wirkung ist laut Meckel kein Zufall, sondern eine wiederkehrende Schwäche. Sie könne sich etwa in unklaren Kommunikationsbotschaften oder einer ungenügenden Einbindung von Kritikern äußern. In der Summe führe das dazu, dass Merz seine politischen Vorhaben schlechter vermitteln könne, selbst wenn die Sachpolitik überzeuge.

KI-Wettlauf: Chinas Lithografie-Erfolge wecken Ängste

Während Merz im politischen Berlin kämpft, wird an den Börsen das nächste Großthema verhandelt: die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz. Die entscheidende Frage lautet, wer in den kommenden Jahren die leistungsfähigsten Chips produzieren kann. Dazu sind hochpräzise Lithografieanlagen notwendig, die bisher vor allem von wenigen westlichen und japanischen Herstellern geliefert werden. China arbeitet jedoch mit Hochdruck an eigenen Lösungen, um unabhängiger zu werden.

Genau diese Entwicklung hat nun für Unruhe gesorgt. Medienberichte über chinesische Durchbrüche bei der Lithografie-Technologie führten zu einem weltweiten Verkaufsdruck auf Halbleiterwerte. Anleger fürchten, dass chinesische Firmen den technologischen Vorsprung der Branche aufholen könnten. Die Verkäufe trafen nicht nur US-Konzerne, sondern auch Zulieferer in Asien. Die Unsicherheit greift zudem auf andere Tech-Segmente über, weil viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle auf eine stabile Chipversorgung stützen.

Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes schätzt die Lage als offen ein. „50:50, dass die Chinesen das KI-Spiel in den nächsten Jahren gewinnen“, sagt er in dem Podcast. Damit macht er deutlich, dass die bisherige Dominanz westlicher Technologien keineswegs in Stein gemeißelt ist. Sollte China tatsächlich den Anschluss schaffen, hätte das weitreichende Folgen für Wirtschaft und Geopolitik. Für Anleger heißt das: Die Kurse von Tech-Aktien könnten auch künftig stark schwanken.

Fasten und „Dopaminfasten“: Die Gesundheits-Experimente der Moderatoren

Nach den großen Themen widmen sich Meckel und Matthes in der neuen Folge einem persönlichen Experiment: dem Fasten. Miriam Meckel erklärt, dass sie sich aktuell ausschließlich von Fruchtsäften ernährt. Ihr Kollege Sebastian Matthes hat sich für ein kürzeres Programm entschieden, mit dem er die Fettverbrennung ankurbeln möchte. Die beiden diskutieren, welche Effekte das Fasten auf Körper und Geist hat und warum solche Kurzprogramme immer beliebter werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem sogenannten „Dopaminfasten“. Dabei geht es darum, bewusst auf Reize zu verzichten, die das Belohnungssystem aktivieren – etwa ständige Smartphone-Nutzung, Social Media oder Süßigkeiten. Ziel ist es, das Verlangen nach sofortiger Befriedigung zu reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Ob das wirklich funktioniert und wie lange man fasten sollte, erklären die beiden in der aktuellen Folge.

Die Folge im Überblick

Die neue Ausgabe von „Handelsblatt Meckel & Matthes“ ist am 31. Juli 2026 um 07:15 Uhr erschienen. Die Laufzeit beträgt eine Stunde und vier Minuten.

  • Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Führungsstil
  • China-Schock an den Börsen: KI-Wettlauf sorgt für Kursverluste bei Halbleiterwerten
  • Fasten und „Dopaminfasten“: persönliche Erfahrungen und Hintergründe

Abonnenten des Handelsblatts erhalten exklusive Vorteile rund um den Podcast. Dazu gehört ein spezielles Angebot, das unter der bekannten Podcast-URL erreichbar ist. Hörerinnen und Hörer können außerdem Feedback per E-Mail an die Redaktion senden. Der Podcast wird unterstützt von Schneider Electric.

Alle Inhalte der Sendung folgen den redaktionellen Standards des Handelsblatts.