Die FPÖ hat bei der Nationalratswahl im September 2024 die meisten Stimmen erhalten und ist damit stärkste Kraft in Österreich geworden. Migration bleibt ihr zentrales Thema – ein Erfolg, der sich laut den Machern des Podcasts „Inside Austria“ nur durch den Blick auf Jörg Haider erklären lässt. Der frühere Parteichef hat die rechtspopulistische Partei einst groß gemacht. Die Miniserie des SPIEGEL und der österreichischen Tageszeitung „Standard“ zeichnet diesen Aufstieg nach.
„Österreich zuerst“: Ein Volksbegehren mit harten Forderungen
Im Jahr 1993 ließ Jörg Haider das Volksbegehren „Österreich zuerst“ zur Unterzeichnung auslegen. Die zentralen Forderungen: eine spezielle Ausweispflicht für Migranten am Arbeitsplatz, ein vorläufiger Aufnahmestopp von Zuwanderern und die sofortige Ausweisung ausländischer Straftäter. Diese Punkte waren darauf angelegt, die öffentliche Debatte zu verschärfen und Ängste zu bedienen.
Die Initiative fiel in eine Zeit, in der sowohl in Österreich als auch in Deutschland der Rassismus zunahm. Bilder von brennenden Flüchtlingsheimen in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda gingen um die Welt. Haider nutzte diese fremdenfeindliche Stimmung gezielt, um Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren – und hatte damit Erfolg.
Sein Werkzeug war Rassismus
Die Episode trägt den Titel „Sein Werkzeug war Rassismus“. Diese Zuschreibung macht das zentrale Element von Haiders Strategie deutlich. Er verstand es, die gesellschaftliche Stimmung aufzugreifen und in politisches Kapital umzumünzen. Die Folge ist Teil einer dreiteiligen „Best of“-Miniserie, die Haiders Aufstieg bis zu seinem Unfalltod rekonstruiert.
Bis heute ist Migration das beherrschende Thema der FPÖ. Bei der Nationalratswahl im September 2024 wurden die Rechtspopulisten stärkste Kraft. Ein Erfolg, der nur zu verstehen ist, wenn man den Politiker betrachtet, der die Partei einst großgemacht hat. Sein Stil, so die Analyse im Podcast, bestimmt die Politik in Europa bis heute mit.
Stimmen von Wegbegleitern und Experten
In der Miniserie kommen frühere Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter Jörg Haiders zu Wort. Ergänzt werden ihre Erinnerungen durch Einschätzungen von Extremismusexpertinnen und Journalistinnen. Sie erklären, was Haider so erfolgreich machte und wie seine politischen Methoden nachwirken. Die Gespräche zeigen, wie eine einzelne Person die politische Landschaft eines Landes nachhaltig verändern konnte.
„Inside Austria“ ist ein wöchentlicher Podcast, den der SPIEGEL gemeinsam mit dem „Standard“ produziert. Die Redaktionen blicken darin auf große und kleine Skandale in Österreich. Sie rekonstruieren Fälle, die das Land bewegen, und schauen in politische Abgründe. Beispielsweise wurden die Ermittlungen rund um die Causa Sebastian Kurz und seine ÖVP thematisiert.
So können Sie „Inside Austria“ hören
Die erste Folge der Haider-Serie lief am 31. August 2024. Sie ist in allen gängigen Podcast-Apps kostenlos abrufbar. Dazu gehören Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music, Castbox, Overcast und Deezer. Auch ein RSS-Feed steht zur Verfügung, mit dem sich der Podcast in jeder beliebigen App abonnieren lässt. Wer keine Folge verpassen möchte, kann das Angebot direkt abonnieren.
Für Themenvorschläge und Feedback hat die Redaktion eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: insideaustria@spiegel.de. Die Miniserie zeigt, wie tief die Wurzeln des aktuellen FPÖ-Erfolgs reichen – und liefert damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der politischen Lage in Österreich und Europa.



