Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach will trotz schwacher Umfragen Regierender Bürgermeister werden. Im Interview spricht er über die geplante „Mietenpolizei“ und rote Linien für eine Koalition mit der Linken.
Islamismus als Gefahr ernst nehmen
Vor gut einer Woche gab es einen islamistischen Anschlag auf den CSD. Hat die SPD als Teil der Landesregierung die Gefahr des Islamismus unterschätzt? Krach verneint dies entschieden: „Nein. Die SPD-Senatoren in der Landesregierung, der gesamte Landesvorstand und ich persönlich haben eine ganz klare Position. Der Islamismus ist eine Gefahr für Berlin, die wir sehr ernst nehmen.“
Er betont, dass es sich um einen Anschlag auf die queere Community handele. „Es ist falsch, wenn man das in irgendeiner Form relativiert oder direkt auf andere bestehende Gefahren verweist. Das hilft uns nicht weiter“, so Krach.
Umfragen und Kampfeswille
Trotz schwacher Umfragewerte zeigt sich Krach kämpferisch. Die Aussage „Die Umfragen sind scheiße, aber...“ verdeutlicht seine Entschlossenheit, dennoch um das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu kämpfen. Er sieht Chancen, die Wählerinnen und Wähler mit seiner Politik zu überzeugen.
Krach setzt dabei auf Themen wie bezahlbares Wohnen und innere Sicherheit. Die geplante „Mietenpolizei“ soll gegen überhöhte Mieten vorgehen und so den Druck auf dem Wohnungsmarkt mindern. Er sieht darin ein zentrales Wahlkampfthema für die SPD in Berlin.
Rote Linien für eine Koalition mit der Linken
Im Interview spricht Krach auch über mögliche Koalitionen nach der Wahl. Für eine Zusammenarbeit mit der Linken nennt er klare rote Linien. Diese betreffen insbesondere die Finanzpolitik und die Sicherheitspolitik. Krach betont, dass eine Koalition nur auf einer verlässlichen Basis möglich sei.
Er zeigt sich offen für Gespräche, stellt aber klar, dass die SPD ihre eigenen Positionen nicht aufgeben werde. Die Wählerinnen und Wähler hätten ein Recht auf klare Ansagen, so Krach.
Ausblick auf den Wahlkampf
Der SPD-Spitzenkandidat will im Wahlkampf vor allem auf Sachthemen setzen. Neben dem Wohnen spielen Bildung und Verkehr eine große Rolle. Krach verspricht, sich für eine moderne und soziale Stadt einzusetzen.
Die Umfragen sehen die SPD derzeit hinter der CDU und den Grünen. Dennoch zeigt sich Krach zuversichtlich: „Wir werden kämpfen, bis zur letzten Minute.“ Er setzt auf einen intensiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern und will mit konkreten Vorschlägen überzeugen.



