Die SPD steckt in einer internen Krise: Immer mehr Genossen sind mit der Doppelspitze aus Saskia Esken und Lars Klingbeil unzufrieden. Nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland könnte die Schweriner Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zur neuen Parteichefin aufsteigen. Die 52-Jährige gilt als äußerst selbstbewusst und genießt in der Partei hohes Ansehen. Die stellvertretende BILD-Politikchefin Miriam Hollstein ordnet die Lage ein und schätzt Schwesigs Chancen auf weitere Posten ein.
Unmut in der SPD: Bas und Klingbeil unter Druck
Die Kritik an der Parteispitze wird lauter. Viele Mitglieder werfen Saskia Esken und Lars Klingbeil eine schwache Führung und mangelnde Durchsetzungskraft vor. Besonders nach den jüngsten Wahlniederlagen in Ostdeutschland wächst der Druck. Die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas sieht sich ebenfalls mit Forderungen nach mehr Berechnung konfrontiert – BILD-Politikchef Filip Piatek forderte sie sogar auf, „anfangen zu rechnen zu lernen“.
In dieser angespannten Situation rückt Manuela Schwesig in den Fokus. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern führt ihr Bundesland seit 2017 und hat sich in der Corona-Pandemie als entschlossene Krisenmanagerin profiliert. Sie gilt als pragmatisch und volksnah, was ihr in der Partei viele Sympathien einbringt.
Hollstein: Schwesig wäre für Merz schwieriger
Miriam Hollstein sieht in Schwesig eine ernstzunehmende Kandidatin. „Schwesig als SPD-Chefin wäre schwieriger für Merz“, sagte sie im BILD-Politik-Vodcast „Vertraulich!“. Die Journalistin begründet dies mit Schwesigs Selbstbewusstsein und ihrer Fähigkeit, klare Kante zu zeigen. Anders als die aktuelle Spitze könnte sie dem Kanzlerkandidaten der Union Paroli bieten.
Hollstein verweist auf Schwesigs Erfolge in ihrem Bundesland, wo sie trotz schwieriger Rahmenbedingungen hohe Zustimmungswerte erzielt. Auch in der Bundespolitik ist sie keine Unbekannte: Sie war bereits Bundesfamilienministerin und kennt die Mechanismen in Berlin genau.
Chancen auf weitere Posten
Doch nicht nur der Parteivorsitz steht im Raum. Hollstein spekuliert, dass Schwesig auch für andere Spitzenämter infrage kommt. Sollte die SPD nach der Bundestagswahl 2025 in die Regierung gehen, könnte sie Ministerin oder sogar Vizekanzlerin werden. Ihre Erfahrung in Landes- und Bundespolitik macht sie zu einer vielseitig einsetzbaren Politikerin.
Allerdings gibt es auch Hürden: Schwesig muss sich gegen interne Rivalen durchsetzen und die Ost-Landesverbände hinter sich vereinen. Zudem wäre ein Wechsel nach Berlin mit einem Verlust ihres Ministerpräsidentenamtes verbunden, was sie vor eine schwierige Entscheidung stellen würde.
Weitere Themen im Vodcast
Im Politik-Vodcast „Vertraulich!“ diskutierte Moderator Thomas Kausch mit Miriam Hollstein auch andere brisante Themen des Tages. So sorgte die Blockadehaltung der SPD beim Auto-Gipfel für Kritik: „So kommen wir nicht weiter“, hieß es. Auch der Boykott von Saskia Esken gegen einen Podcast mit AfD-Politiker Björn Höcke wurde als Zensur gewertet.
Ein weiterer Streitpunkt ist die von der SPD geforderte Erbschaftssteuerreform, die innerhalb der Koalition für neuen Zoff sorgt. Die AfD gewinnt unterdessen weiter an Zustimmung – eine Entwicklung, die BILD als „bereit, Gespenster zu wählen“ kommentiert.
Fazit
Die SPD steht vor richtungsweisenden Entscheidungen. Ob Manuela Schwesig tatsächlich zur Parteichefin aufsteigt, wird sich nach den Ost-Wahlen zeigen. Klar ist: Die Partei braucht dringend eine Führung, die Geschlossenheit ausstrahlt und Wähler zurückgewinnt. Schwesig könnte diese Rolle übernehmen – wenn sie denn will.



