Bundeswehr setzt künftig auf offene Software und KI für Waffensysteme
Bundeswehr: Offene Software und KI für Waffen

Die Bundeswehr plant einen grundlegenden Kurswechsel bei der Beschaffung von Waffensystemen. Künftig sollen alle neuen Rüstungsprojekte auf offene Software-Architekturen setzen, um die Systeme schneller und flexibler mit künstlicher Intelligenz (KI) nachrüsten zu können. Dies gab Generalleutnant Michael Vetter am Dienstag in Berlin bekannt.

Software-Updates für Waffensysteme wie bei Smartphone-Apps

Vetter zog einen plastischen Vergleich: „Verbesserungen von Waffen sollten künftig im Wesentlichen über Software auf die Systeme kommen, ähnlich wie bei Updates von Apps auf einem Smartphone.“ Ziel sei es, von geschlossenen, herstellerspezifischen Systemen wegzukommen, die nur mit hohem Aufwand angepasst werden können. „Wir wollen raus aus diesen Silo-Lösungen“, betonte der Generalleutnant. Stattdessen strebe man Plattformen an, die so offen sind, dass auch andere Anbieter – etwa innovative Start-ups – neue Fähigkeiten auf die Waffensysteme aufspielen können.

Der Dreiklang der Überlegenheit

Hinter der Initiative stehe das strategische Ziel, einen „Dreiklang“ aus Informations-, Führungs- und Wirkungsüberlegenheit zu erreichen. KI sei unverzichtbar, um aus der wachsenden Flut an Daten relevante Informationen zu filtern, die Entscheidungsfindung zu unterstützen und die gesamte Kette von der Aufklärung eines Ziels bis zu dessen Bekämpfung zu beschleunigen. Ohne KI-Unterstützung drohe die Informationsverarbeitung zum Engpass zu werden.

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Konkretes Projekt: „Uranus KI“ an der NATO-Ostflanke

Als erstes konkretes Vorhaben nannte Vetter das Projekt „Uranus KI“. Es dient der Überwachung an der NATO-Ostflanke. Dabei sollen Informationen von unbemannten Systemen – etwa Drohnen oder Aufklärungssatelliten – mithilfe von KI zu einem umfassenden Lagebild zusammengeführt werden. Dieses Lagebild soll dann direkt zur Steuerung von Waffen wie Raketen genutzt werden können. Vetter betonte, dass die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung in modernen Konflikten entscheidend sei – und KI hier einen entscheidenden Vorteil bieten könne.

Die Bundeswehr reagiert mit dieser strategischen Neuausrichtung auf die zunehmende Digitalisierung des Gefechtsfelds und die Notwendigkeit, schnell auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Offene Systeme erlauben es, Updates und neue Fähigkeiten in kürzerer Zeit zu integrieren, ohne jedes Mal die gesamte Waffenplattform neu entwickeln zu müssen.

Der Schritt wird auch als Signal an die Rüstungsindustrie verstanden: Künftig sind nicht mehr nur etablierte Großkonzerne gefragt, sondern auch agile Start-ups, die mit innovativen Softwarelösungen zur Kampfkraft der Bundeswehr beitragen können. Vetter betonte, dass die Initiative nicht bedeute, dass die Bundeswehr auf klassische Hardware verzichte, sondern dass die Software zum entscheidenden Hebel für militärische Überlegenheit werde.

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